Position beziehen für Klimagerechtigkeit

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  • Aufruf der Schirmherren

Das Jahr 2015 ist für den weltweiten Klimaschutz und damit für die Zukunft unseres Planeten von großer Bedeutung. Während viele Menschen in unseren Partnerkirchen die Folgen des Klimawandels durch Ernteausfälle, Unwetterkatastrophen und den bedrohlichen Anstieg des Meeresspiegels bereits am eigenen Leib spüren, sind die entscheidenden Weichen für ein gerechtes und solidarisches neues Klimaabkommen noch nicht gestellt. Notwendig sind nun starke Signale aus der Zivilgesellschaft, dass gerechter Klimaschutz gewollt und mitgetragen wird.

„Der christliche Glaube verpflichtet uns, verantwortlich mit der uns anvertrauten Schöpfung umzugehen. Angesichts der gewaltigen globalen wirtschaftlichen Entwicklungen sind jedoch die Grenzen der ökologischen Tragfähigkeit unseres Planeten immer deutlicher geworden. Im Brennpunkt steht dabei der Klimawandel, der die Lebensgrundlagen der heutigen und der nachkommenden Generationen sowie der gesamten Schöpfung gefährdet. Dies betrifft die ärmsten Länder und Menschen weltweit besonders stark. Deshalb müssen die Klimaveränderungen und ihre Folgen noch weit mehr als bisher bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch in den nationalen Politiken berücksichtigt werden. […] Das Klima, als globales Gemeinschaftsgut verstanden, kann letztlich nur durch internationale Anstrengungen wirksam geschützt werden.“ *

Auf der UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris soll ein neues internationales Klimaabkommen beschlossen werden, das die internationalen Anstrengungen auf eine neue Basis setzt. Ein breites Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, Entwicklungsdiensten, Missionswerken, Orden und Verbänden der evangelischen und katholischen Kirchen lädt aus diesem Anlass zu einem Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ein. Die aus der ökumenischen Klimaplattform „Klima der Gerechtigkeit“ hervorgegangene Initiative knüpft dabei an den Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens an.

Bereits im Juni machen sich Menschen am Nordkap in Norwegen auf den Pilgerweg. Am 12. September erreichen sie Flensburg und werden über Hamburg, Bremen und Wuppertal, Köln und Trier bis nach Paris pilgern. Zahlreiche Gruppen aus verschiedenen Regionen Deutschlands sowie aus anderen europäischen Ländern schließen sich unterwegs an.

Der Pilgerweg verbindet spirituelle Besinnung, Weiterbildung und politisches Engagement. Gemeinschaft untereinander und Begegnung mit den Menschen auf der Wegstrecke ermutigen dazu, für eine Lebensweise einzutreten, die die Schöpfung achtet. Begleitende Veranstaltungen an Orten, die für den Klimawandel eine besondere positive oder negative Bedeutung haben, sind geplant. Zum Tagesablauf der Pilgerinnen und Pilger gehören auch Zeiten der Stille, des Gebets und des Nachdenkens über das Erlebte. Zur Teilnahme eingeladen sind Einzelpersonen und Gruppen, die eine Stunde, einen Tag oder auch mehrere Wochen mitpilgern können.

[* Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft, Initiative des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofkonferenz für eine erneuerte Wirtschafts- und Sozialordnung (Gemeinsame Texte 22), hrsg. vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Hannover / Bonn 2014, S. 34.]

Geht doch!

Möchten Sie am Pilgerweg mitwirken? Nutzen Sie die zahlreichen Möglichkeiten: von der Gestaltung geistlicher Impulse und politischer Zeichen über organisatorische Hilfe oder die Aufnahme von Pilgern und Pilgerinnen bis hin zum aktiven Mitpilgern einzelner Etappen und Tage oder der ganzen Strecke. Ihre Ideen und Anregungen sind herzlich willkommen.

Der Pilgerweg ist eine ökumenische Initiative. Er richtet sich an Menschen in den kirchlichen Pfarreien und Kommunen, um sie in ihren Lebensbereichen für Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren und breite Unterstützung für einen zukunftsfähigen Vertrag in Paris zu organisieren. Gewünscht ist die Kooperation mit Allen, die sich dafür einsetzen. Regionale Ansprechpartner für die Aktion finden Sie auf der Homepage www.klimapilgern.de

Auch diejenigen, deren Wirkungsort nicht direkt am Pilgerweg liegt, rufen wir auf, durch Engagement an ihrem Ort die Bemühungen um ein gerechtes Klimaabkommen zu unterstützen und beispielsweise eine Delegation auf den Pilgerweg zu entsenden.

Wir rufen auf zum Mitmachen und zum Mitpilgern!

Geht doch! – unter diesem Motto engagieren wir uns auf dem Pilgerweg für ein globales Klima der Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen für alle.

Mit herzlichen Grüßen

Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Karin Kortmann
Präses Annette Kurschus
Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Hier können Sie den Aufruf der SchirmherrInnen zum Ökumenischen Pilgerweg als PDF-Datei downloaden:

Kontakt

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Ansprechpartnerinnen in den Geschäftsstellen zur Verfügung:

Geschäftsstelle Ökumenischer Pilgerweg Hamburg

Stefanie Maur-Weiss
Tel.: 040 – 819 016 86

Geschäftsstelle Ökumenischer Pilgerweg Aachen

Daniela Bergmaier
Tel.: 0241 – 442 174

www.klimapilgern.de