„Laudato Si“ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus

  • Geistliche Impulse

Mit seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ hat Papst Franziskus eines der zentralen Probleme unserer Zeit, den Klimawandel und seine vorhersehbaren katastrophalen Folgen, machtvoll ins Bewusstsein der Kirche und der Menschheit gerufen. Sechs Monate vor dem UN-Klimagipfel in Paris will er damit die Regierungen der Welt herausfordern, sich endlich auf verbindliche globale Klimaziele zu einigen. Das beabsichtigt auch der „Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ der Kirchen, der am 13. September in Flensburg startete und Ende November in Paris endet.

Durch Information, geistlichen Austausch und Gebet sollen wir uns der gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten bewusster werden. Viele von uns werden nicht mit den Füßen mit pilgern können, wohl aber im Geist und Gebet. Das Netzwerk Afrika Deutschland möchte mit einer Reihe von acht Impulsen mit Texten aus „Laudato Si“ einladen, im Geist und Gebet mit zu pilgern und mit zu beten. Sie orientieren sich an den acht „zentralen Themen, die die ganze Enzyklika durchziehen“:

1. Die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten

2. Die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist

3. Die Kritik am Machtmodell und den Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind

4. Die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen

5. Der Eigenwert eines jeden Geschöpfes

6. Der menschliche Sinn der Ökologie

7. Die Notwendigkeit aufrichtiger und ehrlicher Debatten

8. Die schwere Verantwortung der internationalen und lokalen Politik

9. Die Wegwerfkultur und der Vorschlag eines neuen Lebensstils. (Laudato Si 16)

Der Papst greift dabei zurück auf die Überlegungen zahlreicher Wissenschaftler, Philosophen, Theologen und sozialer Organisationen. Er lässt sich ebenfalls inspirieren von seinen Vorgängern, Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI., vom Patriarchen Bartholomäus und ganz besonders von seinem Namenspatron, dem hl. Franz von Assisi.

„(Der hl. Franziskus) war ein Mystiker und ein Pilger, der in Einfachheit und in einer wunderbaren Harmonie mit Gott, mit den anderen, mit der Natur und mit sich selbst lebte. An ihm wird man gewahr, bis zu welchem Punkt die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden sind.“ (LS 10)

Wie eng verwandt viele Aussagen von „Laudato Si“ mit der Weisheit afrikanischer Kulturen sind, sollen einige Zitaten des jüngst verstorbenen simbabwischen Dichters Chenjerai Hove zeigen:

„Die Natur steht unter dem Schutz der Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Diese Gemeinschaft ist das Siegel des Schutzes.“

— Chenjerai Hove

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

www.netzwerkafrika.de

Alle Impulse des Netzwerks Afrika Deutschland finden Sie hier:

zu den Impulsen

Weitere Informationen und Materialien zum Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit finden Sie in unserem Dossier.

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