Kreativer Dialog im Dienst des Lebens

  • Geistliche Impulse

Niemand hat endgültige Antworten auf die vielen offenen Fragen, wie der Klimawandel zu kontrollieren und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung für alle zu gestalten ist. Papst Franziskus‘ Schreiben „Laudato Si“ bietet keine Lösungen der ungeheuren Probleme an, sondern lädt alle Akteure ein, in einer transparenten interdisziplinären Debatte, die nicht von Einzelinteressen sondern vom Gemeinwohl geleitet ist, nach Wegen aus der Krise zu suchen.

  • Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle. (Laudato Si 14)
  • Es gibt Diskussionen über Umweltfragen, in denen es schwierig ist, einen Konsens zu erreichen. Noch einmal betone ich, dass die Kirche nicht beansprucht, die wissenschaftlichen Fragen zu lösen, noch die Politik zu ersetzen, doch ich fordere zu einer ehrlichen und transparenten Debatte auf, damit Sonderbedürfnisse oder Ideologien nicht das Gemeinwohl schädigen. (188) Im Hinblick auf das Gemeinwohl besteht für uns heute die dringende Notwendigkeit, dass Politik und Wirtschaft sich im Dialog entschieden in den Dienst des Lebens stellen, besonders in den des menschlichen Lebens. (189)
  • Aus diesem Grund muss eine verantwortungsbewusste und breite wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte gewährleistet werden, die in der Lage ist, alle verfügbaren Informationen in Betracht zu ziehen und die Dinge beim Namen zu nennen. Mitunter wird nicht die gesamte Information auf den Tisch gelegt, sondern den eigenen Interessen entsprechend – seien sie politischer, wirtschaftlicher oder ideologischer Natur – selektioniert. (135) Damit neue Leitbilder für den Fortschritt aufkommen, müssen wir das Modell globaler Entwicklung in eine [andere] Richtung … lenken, was einschließt, über den Sinn der Wirtschaft und über ihre Ziele nachzudenken … Es geht schlicht darum, den Fortschritt neu zu definieren. (194)
  • Wir brauchen eine Politik, deren Denken einen weiten Horizont umfasst und die einem neuen, ganzheitlichen Ansatz zum Durchbruch verhilft, indem sie die verschiedenen Aspekte der Krise in einen interdisziplinären Dialog aufnimmt … Es reicht nicht, oberflächliche ökologische Überlegungen einzubeziehen, während man nicht die Logik infrage stellt, die der gegenwärtigen Kultur zugrunde liegt. (197)
  • Der größte Teil der Bewohner des Planeten bezeichnet sich als Glaubende, und das müsste die Religionen veranlassen, einen Dialog miteinander aufzunehmen, der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist. (201)
  • Die Schwere der ökologischen Krise verlangt von uns allen, an das Gemeinwohl zu denken und auf einem Weg des Dialogs voranzugehen, der Geduld, Askese und Großherzigkeit erfordert, immer eingedenk des Grundsatzes: Die Wirklichkeit steht über der Idee. (201)

„Wir müssen ein Gespräch führen, bei dem die Gebildeten nicht wie Vernichter auftreten. Westliche Bildung ist zur Dummheit geworden. Durch sie verliert das Leben seinen Zusammenhang.“

— Chenjerai Hove

© Netzwerk Afrika Deutschland

Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

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