Das globale Gemeinwohl über nationale Interessen setzen

  • Geistliche Impulse

Den zahlreichen Weltklimagipfeln der letzten 20 Jahre ist es nicht gelungen, ein für alle Staaten verpflichtendes Klimaabkommen zu erreichen, das „gemeinsame, aber differenzierte Verantwortlichkeiten“ festlegt. Papst Franziskus sieht als Ursachen den Mangel an Ethik in den internationalen Beziehungen, den Vorrang nationaler Interessen über das globale Allgemeinwohl, das Fehlen von wirksamen internationalen Institutionen und die Unterwerfung der Politik unter das Finanzwesen. Werden die Staaten auf der Pariser Klimakonferenz ihre Verantwortung auf sich nehmen? Der Ökumenische Pilgerweg nach Paris will sie dazu ermutigen.

  • Die soziale Ungerechtigkeit geht nicht nur Einzelne an, sondern ganze Länder, und zwingt dazu, an eine Ethik der internationalen Beziehungen zu denken. Denn es gibt eine wirkliche „ökologische Schuld“ – besonders zwischen dem Norden und dem Süden – im Zusammenhang mit Ungleichgewichten im Handel und deren Konsequenzen im ökologischen Bereich wie auch mit dem im Laufe der Geschichte von einigen Ländern praktizierten unproportionierten Verbrauch der natürlichen Ressourcen. (51) Es (gibt) gemeinsame, aber differenzierte Verantwortlichkeiten, einfach weil … die Länder, welche auf Kosten einer enormen Emission von Treibhausgas von einem hohen Grad an Industrialisierung profitiert haben, stärker dafür verantwortlich sind, zur Lösung der Probleme beizutragen, die sie verursacht haben. (Laudato Si 170)
  • Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen. Es gibt allzu viele Sonderinteressen, und leicht gelingt es dem wirtschaftlichen Interesse, die Oberhand über das Gemeinwohl zu gewinnen … (54) Die internationalen Verhandlungen können keine namhaften Fortschritte machen aufgrund der Positionen der Länder, die es vorziehen, ihre nationalen Interessen über das globale Gemeinwohl zu setzen. (169)
  • Weil die Dimension von Wirtschaft und Finanzen, die transnationalen Charakter besitzt, tendenziell die Vorherrschaft über die Politik gewinnt … wird es unerlässlich, stärkere und wirkkräftig organisierte internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung unter den nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen. (175)
  • Der Begriff des Gemeinwohls bezieht auch die zukünftigen Generationen mit ein. Die inter-nationalen Wirtschaftskrisen haben in aller Härte die schädlichen Auswirkungen gezeigt, welche die Verkennung eines gemeinsamen Schicksals mit sich bringt, aus dem jene, die nach uns kommen, nicht ausgeschlossen werden können. Ohne eine Solidarität zwischen den Generationen kann von nachhaltiger Entwicklung keine Rede mehr sein. (159) Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen? (160)
  • Während die Menschheit des postindustriellen Zeitalters vielleicht als eine der verantwortungslosesten der Geschichte in der Erinnerung bleiben wird, ist zu hoffen, dass die Menschheit vom Anfang des 21. Jahrhunderts in die Erinnerung eingehen kann, weil sie großherzig ihre schwerwiegende Verantwortung auf sich genommen hat. (165) Nie hatte die Menschheit so viel Macht über sich selbst. (104)

„Wir denken und handeln, als seien wir nicht Zeugen der Vergangenheit, nicht Akteure der Zukunft.“

— Chenjerai Hove

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Netzwerk Afrika Deutschland

Im Netzwerk Afrika Deutschland „Glaube und Gerechtigkeit“ e. V. haben sich über 40 katholische Ordensgemeinschaften zusammengetan, die in Afrika Missions- und Entwicklungsarbeit leisten. Die Ziele des Netzwerks sind unter anderem Information und Bewusstseinsbildung über Afrika, Lobbyarbeit in der deutschen Öffentlichkeit sowie die Zusammenarbeit mit missionierenden Orden und geistlichen Gemeinschaften, die in Afrika arbeiten.

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