Aufruf zum Westfälischen Pilgerweg

Die Idee des Klima-Pilgerwegs verbreitet sich und stößt auf viel Resonanz, zum Beispiel in Westfalen: Hier gibt es Rückenwind aller drei Kirchen, durch deren Gebiet die Pilger kommen werden. Präses Annette Kurschus (Bielefeld), Bischof Dr. Felix Genn (Münster) und Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn) rufen gemeinsam zum Pilgerweg für Klimagerechtigkeit auf.

In einem Anfang Februar in Schwerte veröffentlichten Aufruf wollen die Kirchenleitungen damit auf den globalen Klimawandel aufmerksam machen und ein sichtbares Zeichen für ein solidarisches und gerechtes neues Weltklimaabkommen auf der Konferenz in Paris setzen. Die Kirchen und darin nicht zuletzt auch die Eine-Welt-Gruppen nehmen sich selbst in die Pflicht, wenn es in dem Aufruf heißt: „Notwendig sind nun starke Signale aus der Zivilgesellschaft, dass gerechter Klimaschutz gewollt und mitgetragen wird.“

Die westfälische Etappe beginnt Mitte Oktober südlich von Osnabrück, führt im Kreis Steinfurt über Tecklenburg und Saerbeck nach Greven, dann von Münster aus über Rinkerode, Ascheberg-Herbern und Lünen nach Dortmund, schließlich von Herdecke und Gevelsberg bis nach Wuppertal. Bei zwei vorbereitenden Koordinationstreffen am 28.01. in Münster und tags darauf in Dortmund kamen knapp hundert Interessierte zusammen, die wissen wollten, wie sie sich beteiligen können. Seitdem haben Engagierte vor Ort bereits mit der Planung begonnen. Sie kümmern sich nicht nur um Unterkunft und Verpflegung für die müden Pilger, sondern machen sich auch Gedanken, welche inhaltlichen und spirituellen Impulse sie anbieten wollen.

Zwischen Tradition und Demonstration

Gemeinden und Gruppen, durch deren Gebiet der Pilgerzug nicht führt, müssen deshalb aber nicht untätig bleiben. Beispielsweise können sie sich auf einen eigenen Weg machen, der zum Haupt-Pilgerweg führt, oder sie können ihre Verbundenheit mit eigenen Gottesdiensten und Bildungsveranstaltungen zeigen.

Denn darum geht es im Kern: Christliche Pilgertradition und politische Demonstration verbinden sich vor dem Gipfeltreffen in Paris zu einer starken Einheit. Die Aufforderung zum schnellen und umfassenden Handeln soll somit nicht mit den bekannten Mitteln der Lobbyarbeit angemahnt werden, sondern wird im langen Pilgerzug von Flensburg nach Paris sinnfällig.

Die Pilger eint diese Überzeugung: Die unheilvollen Fakten sind seit langem bekannt, Absichtserklärungen gibt es genug – nun ist es höchste Zeit fürs Handeln. Das schulden wir nicht nur den künftigen Generationen weltweit, nicht nur der bedrohten Schöpfung, sondern insbesondere auch den jetzt schon betroffenen Armen in den Entwicklungsländern.

Von Ulrich Jost-Blome, Bistum Münster

Quelle: Infodienst der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Gruppen im Bistum Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Mit freundlichem Dank für die Genehmigung.

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