Solwodi kritisiert ARD-Dokumentation

14.06.2013 - Boppard

Heftige Kritik an einer ARD-Dokumentation über Prostitution in Deutschland hat die Frauenschutzorganisation Solwodi geübt. Die am Montagabend im Ersten ausgestrahlte Sendung „Sex Made in Germany“ sei eine „Dauerwerbesendung“ für einzelne Bordelle gewesen und habe den Eindruck vermittelt, Prostitution sei in Deutschland mittlerweile ein sauberes Geschäft geworden. erklärte „Solidarität mit Frauen in Not“ (SOLWODI) am Donnerstag in Boppard.

„Eine Dokumentation zu einem so heiklen Thema kann sich nicht darauf zurückziehen, journalistisch neutral schildern zu wollen, nicht anzuklagen, nicht zu verurteilen“, sagte die Vorsitzende des Vereins, die Ordensschwester Lea Ackermann. Zwar hätten die beiden Journalistinnen in ihrer Reportage durchaus kritische Töne angeschlagen und auf die Zwangsprostitution ausländischer Frauen in Deutschland hingewiesen. Dennoch hätten sie das Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen an den Frauen verharmlost. Schließlich machten Zwangsprostituierte zwei Drittel der Gesamtzahl Prostituierter in Deutschland aus.

© KNA

Information

Die Teilnehmenden der Jahrestagung Weltkirche und Mission, die vom 27. bis 29. Mai in Würzburg stattfand, haben sich entschieden gegen jegliche Praktiken des Menschenhandels und der Zwangsprostitution ausgesprochen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Dossier zur Jahrestagung.

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