Kirche zurückhaltend zu Gesprächseinladung der FARC

15.02.2013 - Havanna

Die Kirche in Kolumbien reagiert zurückhaltend auf die Einladung der Guerilla-Organisation FARC, an den Friedengesprächen mit der Regierung teilzunehmen. „Wir müssen die Einladung analysieren; aber ich glaube, es sollte nicht die FARC sein, die uns einlädt“, sagte Kardinal Rubén Salazar Gómez (70) am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Bogotá. Die Rolle der Kirche sei darauf beschränkt, einen Frieden zu unterstützen und nicht einen Platz am Verhandlungstisch in der kubanischen Hauptstadt Havanna einzunehmen. „Wir haben in Havanna definitiv nichts zu tun“, so der Erzbischof von Bogotá.

Zuvor hatte FARC-Sprecher Iván Márquez die Kolumbianische Bischofskonferenz zu einer Diskussion über den Friedensprozess in dem südamerikanischen Land eingeladen. Die Gespräche zwischen der FARC und der Regierung begannen Mitte Oktober in Oslo und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die FARC nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen. Der Dialog diene nicht dazu, den bewaffneten Konflikt im Land zu verlängern, sondern zu beenden.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein.

Nicht in die Verhandlungen mit einbezogen ist die zweitgrößte Rebellengruppe ELN, die nach eigenen Angaben zwei deutsche Geiseln in ihrer Gewalt hat. Die marxistische ELN hatte sich Anfang 2012 mit der Bitte an die katholische Kirche gewandt, sich für Friedensgespräche mit der Regierung einzusetzen. Trotz der Bemühungen der Kirche entschied sich die Regierung aber nur für Gespräche mit der FARC.

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