Kein Frieden in Sicht: „Konfliktbarometer 2012“ zählt 18 Kriege

Heidelberg - 21.02.2013

Weltweit 18 Kriege und 43 „hochgewaltsame Konflikte“ verzeichnet das „Konfliktbarometer 2012“ des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Die Wissenschaftler stuften in der am Donnerstag in Heidelberg veröffentlichten Studie neun Konflikte in Afrika, fünf im Nahen und Mittleren Osten, drei in Asien sowie den Kampf zwischen mexikanischer Regierung und Drogenkartellen in Lateinamerika als Kriege ein. In Mexiko seien 2012 mehr als 12.000 Menschen getötet worden. Als brisante sozio-ökonomische Konflikte in Europa wertet das Konfliktbarometer die Krisen in Rumänien und Griechenland.

Wie das HIIK weiter mitteilte, forderte der syrische Bürgerkrieg mit geschätzten 55.000 Toten im Vorjahr die meisten Opfer. In Syrien seien 2,8 Millionen Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht. Für den Krieg zwischen islamistischen Gruppen und pakistanischer Regierung verzeichnen die Forscher mehr als 4.000 Tote, darunter Hunderte durch Drohnenangriffe. Kriegerische Auseinandersetzung in Afrika mit Tausenden Toten und Hunderttausenden Vertriebenen gab es demnach 2012 unter anderem im Sudan, in Nigeria, Mali und in der Demokratischen Republik Kongo.

2011 hatte der Bericht von weltweit 20 Kriegen und 38 hochgewaltsame Auseinandersetzungen gesprochen. „Unsere Analysen zeigen, die Welt ist nicht friedlicher geworden“, so HIIK-Vorstandsmitglied Simon Ellerbrock.

© KNA

Konfliktbarometer

Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung widmet sich seit 1991 der Erforschung, Dokumentation und Auswertung innerstaatlicher und zwischenstaatlicher politischer Konflikte weltweit. Das jährlich erscheinende „Konfliktbarometer“ gibt einen Überblick über Krisen, Konflikte und Kriege und fasst Ursachen und Opferzahlen zusammen. Das „Konfliktbarometer 2012“ kann auf der Webseite des HIIK kostenlos heruntergeladen werden:

www.hiik.de