Jesuiten angeblich wegen Friedensmission ermordet

15.11.2012 - San Salvador

Die vor 23 Jahren in El Salvador ermordeten sechs Jesuiten sind womöglich wegen ihres geplanten Vermittlungsversuchs im Bürgerkrieg (1980-1991) getötet worden. Nach jüngsten Forschungen hätten die Geistlichen ein Dialogangebot ausgearbeitet, das aber bei der Armee und Teilen der politischen Elite auf Widerstand gestoßen sei, sagte der Rektor der Jesuiten-Universität „Jose Simeon Canas“ in San Salvador, Andreu Oliva, der Tageszeitung „Diario Co Latino“.

Nach Erkenntnissen der Universität habe die Armee wohl die Morde ausgeführt. Die geistigen Urheber seien jedoch in der politischen Führungsebene des Landes zu suchen.

Da ein Teil der Opfer aus Spanien stammte, versucht die spanische Justiz die Hintergründe der Gewalttat aufzuarbeiten. Bislang scheiterten allerdings alle Auslieferungsgesuche Spaniens am Widerstand der salvadorianischen Behörden. Dort waren die Ermittlungen bereits vor Jahren im Zuge einer Amnestie für Verbrechen während des Bürgerkrieges eingestellt worden.

Am 16. November 1989 hatten Angehörige einer militärischen Sondereinheit die sechs Ordensgeistlichen sowie eine Hausangestellte und deren Tochter auf dem Gelände der Jesuiten-Universität erschossen. Fünf der Opfer waren Spanier, darunter Rektor Ignacio Ellacuria und dessen Stellvertreter Ignacio Martin-Baro.

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