Caritas: Lage in Gaza „zu gefährlich“

20.11.2012 - Vatikanstadt

Die katholische Caritas hat ihre Tätigkeit im Gazastreifen weitgehend eingestellt. Eine mobile Klinik sei seit wenigen Tagen außer Betrieb; ein weiteres medizinisches Zentrum in Gaza könne „wegen der Eskalation der Bombardierungen und der lebensbedrohlichen Situation für das ärztliche Personal nicht voll arbeiten“, teilte der Dachverband Caritas Internationalis am Montagabend im Vatikan mit. Die Lage sei „derzeit zu gefährlich“.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gebe es ernste Engpässe bei der medizinischen Versorgung. Das Personal könne die Zahl der Verletzten in überfüllten Krankenhäusern nicht mehr bewältigen. Caritas kaufe in Gaza derzeit so viele medizinische Vorräte wie möglich auf, um Ärzte zu versorgen. Zwei Caritas-Koordinatoren in Gaza und ein Mitarbeiter in Jerusalem ermittelten den Bedarf und stünden in ständigem Kontakt mit Kliniken.

Caritas Jerusalem wolle ihre Tätigkeit so bald wie möglich wieder aufnehmen, teilte die Zentrale im Vatikan mit. Neben Trinkwasser und Nahrungsmitteln sollten Notfall-Sets an 180 Personen ausgegeben werden, die eine notfallmedizinische Ausbildung besäßen und Ersthilfe für Verletzte leisten könnten. Benötigt würden auch Babynahrung und Medikamente.

Voraussetzung für die Hilfe sei, dass die Kampfhandlungen nachließen und die Grenze wieder geöffnet werde, so Caritas Internationalis. Wenn es zu einer Bodenoffensive Israels komme, könne dies mehrere Wochen dauern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.caritas.org .

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