Kritik an Brasiliens Rückzug als COP25-Gastgeber

  • Klimawandel - 29.11.2018

Das katholische Hilfswerk Misereor ist besorgt über den Rückzug Brasiliens als Gastgeber der Weltklimakonferenz COP25 im nächsten Jahr. „Es ist ein klares Signal der fehlenden Bereitschaft und des fehlenden Interesses Brasiliens neuer Regierung, seinen internationalen Verpflichtungen hinsichtlich der Themen Klima, Umwelt und Menschenrechte nachzukommen“, sagte die Projektkoordinatorin von der Misereor-Partnerorganisation „Operacao Amazonia Nativa“, Andreia Franzeres, laut Mitteilung am Mittwochabend in Aachen.

Die positive Entwicklung und die konkrete Hinwendung zu einer Klimapolitik, die auch die Menschen- und Umweltrechte berücksichtige, würden hier mit Füßen getreten.

Die Misereor-Referentin Anika Schroeder hofft nach eigenen Worten, dass die Absage der brasilianischen Regierung keinen Schatten auf die kommende Woche in Polen startende Verhandlungsrunde der UN-Weltklimakonferenz 24 wirft. „Diese muss unbedingt ein verlässliches Regelbuch für die Umsetzung des Pariser Klimavertrages liefern“, sagte sie. Die Absage dürfe andere Nationen nicht davon abhalten, ambitioniertere Klimaschutzziele vorzulegen.

Umwelt-Enzyklika - 28.11.2018

Vor der am Montag beginnenden Weltklima-Konferenz im polnischen Katowice warnt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat vor weltweiten Auswirkungen der Regenwaldrodung in Brasilien. Die Pläne von Brasiliens neuem Präsidenten Jair Bolsonaro seien alarmierend.


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Medienberichten zufolge erklärte das brasilianische Außenministerium am Mittwoch, mit Blick auf eine angespannte Finanz- und Haushaltslage könne die Ausrichtung der Konferenz nicht geleistet werden. Ein Grund sei auch die Übergangsphase zur neuen Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro, der sein Amt am 1. Januar beginnt. Bolsonaro hatte bereits zuvor mit dem Ausstieg aus dem Klimavertrag von Paris gedroht.

© KNA