Adveniat kritisiert Pläne Brasiliens für Amazonas-Rodungen

  • Umwelt-Enzyklika - 28.11.2018

Vor der am Montag beginnenden Weltklima-Konferenz im polnischen Katowice warnt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat vor weltweiten Auswirkungen der Regenwaldrodung in Brasilien. Die Pläne von Brasiliens neuem Präsidenten Jair Bolsonaro seien alarmierend, sagte der Leiter der zuständigen Projektabteilung, Thomas Wieland, den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse.

Die Auswirkungen von Rodungen würden bis nach Europa zu spüren sein. „Jedes fünfte Glas Wasser, das wir trinken, und jeder vierte Atemzug, den wir machen, kommt aus dem Amazonasgebiet.“

Zudem verwies Wieland auf die Gefahren für Umweltschützer in Brasilien. Es gebe dort Bundesstaaten, in denen Polizisten nicht mit Konsequenzen rechnen müssten, wenn sie gegen diese Menschen mit Waffengewalt vorgingen. Bolsonaro, der im Januar sein Amt antritt, hatte nach seiner Wahl angekündigt, Umweltauflagen zugunsten der Landwirtschaft abzubauen und zahlreiche Infrastrukturprojekte in der Region voranzubringen. Seit August sind die Rodungszahlen offenbar in Erwartung künftiger Straffreiheit bereits deutlich gestiegen. Bolsonaro hatte zudem mit dem Ausstieg aus dem Klimavertrag gedroht.

Menschenrechte

Der neue Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, könnte zur Gefahr für die Demokratie werden – und für die Rechte von Kindern und Jugendlichen. Das befürchtet die Sozialarbeiterin Regina Leão, die seit 28 Jahren für die Pastoral für gefährdete Minderjährige in Rio de Janeiro arbeitet.


Artikel lesen

Der aus Österreich stammende langjährige Amazonasbischof Erwin Kräutler habe von Plänen der Bischöfe Brasiliens berichtet, ihr Engagement für den Umweltschutz noch zu verstärken, berichtete Wieland. Auch könne eine weltweite Allianz helfen, Bolsonaros zerstörerische Ideen zu stoppen. Brasilien sei schließlich stark auf internationale Anerkennung und Investitionen angewiesen. Das könne ein Druckmittel sein. „Wenn die internationale Stimmung gegen Brasilien und seine Regierung umschlägt und Europa mobilmacht, dann hat die brasilianische Regierung ein Problem.“

© KNA