Erzbischof: Afrikas Jugend wird politischer

  • Afrika - 25.10.2018

Junge Afrikaner setzen sich zunehmend für einen politischen Wandel in ihrer Heimat ein. Diese Beobachtung machte der stellvertretende Vorsitzende der Kongolesischen Bischofskonferenz und Bischofskoadjutor der Erzdiözese Kinshasa, Fridolin Ambongo Besungu, nach einem Bericht des vatikanischen Pressedienstes Fides am Rande der Jugendsynode in Rom.

Den Bürgerbewegungen in mehreren afrikanischen Ländern schlössen sich demnach hauptsächlich junge Menschen an und forderten von den Regierungen konkrete Veränderungen. „Die Jugendlichen sind sich dessen bewusst geworden, dass sie Opfer eines sozialen und politischen Systems sind, das ihren Horizont verdunkelt. Diejenigen, denen das wirklich bewusst geworden ist, sind bereit, zu demonstrieren und dem System, das sie ruiniert, ein Ende zu setzen und sich neue Perspektiven für die Zukunft zu schaffen“, so der Erzbischof.

Als Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement nannte Ambongo das katholische Laien-Koordinierungskomitee (CLC), das in der Demokratischen Republik Kongo zu den aktivsten Bewegungen gehört und die Regierung Kabila stark unter Druck gesetzt hat. Präsident Joseph Kabila gab im August bekannt, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen im Dezember nicht mehr anzutreten.

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Das Jahr 2018 ist für den afrikanischen Kontinent eine Art Super-Wahljahr. In an die 20 Ländern wird gewählt – darunter in Ägypten, Mauretanien, Mali, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Wir schauen auf die soziale Situation der Länder.


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Nach wie vor lebten viele junge Afrikaner in einem soziopolitischen Kontext, der ihnen Zukunftsperspektiven verwehre, so Erzbischof Ambongo. Die Versuchung sei groß, anderswo nach besseren Lebenschancen zu suchen. Viele riskierten in der Wüste und auf dem Meer ihr Leben, um nach Europa zu gelangen und gerieten in die Hände von Menschenhändlern.

Deshalb sei es auch für Afrikas Kirche wichtig, junge Menschen neu in den Blick zu nehmen. „Wenn man eine Kirche in Afrika betritt, ist man von dem jungen Alter der Gottesdienstteilnehmer beeindruckt“, so der Koadjutor der Erzdiözese Kinshasa. „Dies bringt Herausforderungen auf pastoraler Ebene mit sich, die angegangen werden müssen“, so Ambongo. Das erfordere auch eine aktivere Nutzung der sozialen Medien, um Jugendliche besser zu erreichen.

© Fides/cze