Alte Handys für einen guten Zweck

  • Ressourcen - 24.10.2018

Missio Aachen und Missio München laden im November wieder zum Recycling von Althandys ein. Zwischen dem 4. und dem 11. November können Handynutzer ihre alten Geräte wieder an zahlreichen Sammelstellen abgeben. Der Erlös kommt Projekten im Kongo zugute.

Zur Teilnahme an der sogenannten „Woche der Goldhandys“ ermutigt auch Entwicklungsminister Gerd Müller: „In Deutschland existieren mehr Handys als Menschen. Viele Geräte liegen ungenutzt in der Schublade oder landen nach wenigen Jahren im Mülleimer. Diese Schätze können wir nutzen“, sagte der Bundesminister am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben von Missio lagern 124 Millionen Altgeräte als Elektroschrott in deutschen Haushalten. An mehreren hundert Stellen können alte Smartphones abgegeben und auch per Post an Missio geschickt werden. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) nimmt in Berlin und Bonn alte Handys entgegen. Zudem beteiligen sich Kirchengemeinden, Stadtverwaltungen, Banken, Geschäfte und Schulen.

Die Geräte werden von der Firma „mobile box“ aus Köln gesammelt und wiederverwertet. Vom Erlös gehen pro Handy zwischen 50 Cent und 1 Euro in Hilfsprojekte von Missio, zum Beispiel nach Burkina Faso und in den Kongo.

Auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterstützt die Woche der Goldhandys.

Thomas Trutschel/photothek.net

Missio München weist darauf hin, dass man für 41 Mobiltelefone nur ein Gramm Gold benötigt, aber um diese Menge Edelmetall herzustellen, eine Tonne Golderz abbauen muss. Der Abbau in industriellen Bergwerken und illegalen Minen geschehe oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, besonders in Afrika.

Hierzu hat Missio München ein eigenes Web-Dossier erstellt. Missio-Präsident Wolfgang Huber betont: „Viele unserer Produkte haben ihren Ursprung in den Ländern des Südens. Wenn dort unter unwürdigen Bedingungen Rohstoffe abgebaut werden, hat das direkt mit uns zu tun. Die Handy-Aktion ist ein Aufruf, sich darüber bewusst zu werden und aktiv etwas zum Positiven zu verändern.“

In mehreren Städten nimmt die Katholische Landjugendbewegung als Kooperationspartner alte Smartphones entgegen. „Unsere KLJB-Gruppen setzen sich sehr gerne für die Handy-Aktion ein, weil sie super zu unseren Themen passt. Der Einsatz für Nachhaltigkeit und für faire Arbeitsbedingungen liegen uns sehr am Herzen“, erklärt Stefanie Rothermel, KLJB-Bundesvorsitzende. „Darüber hinaus sind wir davon begeistert, dass sich für die Aktion so gute Kooperationen ergeben haben, denn wir wissen, dass gemeinsam noch mehr erreicht werden kann!“

Die Aktionswoche findet im Umfeld des 6. November statt, dem Internationalen Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten.

© Missio Aachen/cze