Nordafrikas Bischöfe beklagen Verletzung der Rechte von Migranten

  • Flucht und Asyl - 28.09.2018

Die Bischöfe Nordafrikas haben in einer gemeinsamen Erklärung die Verletzung der Grundrechte von Migranten beklagt. „Das Phänomen der Migration, das auf der ganzen Welt zunimmt, ist eine der Hauptursachen für das Leid in unseren Ländern“, teilte die Konferenz der nordafrikanischen Bischöfe (CERNA) mit, die von Sonntag bis Mittwoch in Tanger, Marokko, zusammengekommen war.

An der Versammlung im marokkanischen Tanger hatte auch eine Delegation der Bischöflichen Kommission für Migration (CEMI) der Italienischen Bischofskonferenz teilgenommen. Anwesend waren Guerino Di Tora, Weihbischof von Rom und Präsident der CEMI und der Stiftung Migrantes, sowie der Präsident der italienischen Caritas und Erzbischof von Agrigent, Kardinal Francesco Montenegro. Sie hatten sich vor Ort ein Bild von der Situation der Migranten machen wollen. Erst am Dienstag hatte die marokkanische Marine unweit von Tanger auf ein Flüchtlingsboot geschossen und dabei eine Frau getötet.

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Anlässlich des bundesweiten „Tag des Flüchtlings“ haben Kirchen und Menschenrechtsorganisationen Kritik an der Migrationspolitik auch in Deutschland und Europa geübt. Das katholische Hilfswerk Caritas bekräftigte seine Ablehnung gegen das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten. Die geplante Einstufung von Algerien, Marokko, Tunesien und Georgien als sichere Herkunftsländer suggeriere, dass Flüchtlinge aus diesen Ländern grundsätzlich kein Anrecht auf Schutz hätten, teilte der Verband am Freitag mit.

Im Rahmen ihrer Konferenz befassten sich die nordafrikanischen Bischöfe auch mit der jüngsten Entwicklung in den Gesellschaften der Region, in denen „zunehmend über die Anerkennung des religiösen Pluralismus und der Gewissensfreiheit diskutiert wird“. Die CERNA lädt die katholischen Gemeinden in der Region ein, „die spirituelle Herausforderung der interreligiösen Begegnung in all ihren Dimensionen und insbesondere in ihrer Begegnung mit Gott anzunehmen“.

Abschließend erinnerten die Bischöfe an die geplante Seligsprechung von 19 Ordensleuten, die zwischen 1994 und 1996 in Algerien ermordet wurden. Darunter sind die sieben Trappisten von Tibhirine, der Dominikaner und Bischof von Oran, Pierre Claverie (1938-1996), sowie weitere Ordensmänner und -frauen, die für ihren Glauben starben.

© Fides/KNA/cze