Verbände: Deutschlands Politik noch lange nicht nachhaltig

  • Verbände - 25.09.2018

Deutschlands Politik ist laut einem Bericht mehrerer entwicklungspolitischer Verbände noch lange nicht nachhaltig. Bürgerschaftliches Engagement zeige jedoch, dass nachhaltiges Arbeiten möglich sei, sagte der Koordinator des Global Policy Forums, Wolfgang Obenland, bei der Vorstellung des Berichts „So geht Nachhaltigkeit!“ am Dienstag in Berlin. In einzelnen Vorhaben aus Bereichen wie der Verkehrs-, Energie- oder Sozialpolitik gebe es heute schon große Erfolge.

Der Bericht zeigt am Beispiel von 17 Initiativen und Projekten, wie in Deutschland und in der Welt das Leben aus Sicht der Autoren sozial gerechter und ökologisch sauber organisiert werden kann. Er wurde von neun Verbänden herausgeben. Dazu zählen der Dachverband deutscher Entwicklungsorganisationen Venro, der Deutsche Naturschutzring, das Forum Umwelt und Entwicklung und das Forum Menschenrechte.

Der Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung, Jürgen Maier, sagte, dem Engagement stehe jedoch mitunter starker Widerstand entgegen. Der komme besonders von Stellen, die eigentlich dafür zuständig seien, den Engagierten zu helfen. Dazu zählten Landes- und Bundesregierungen, aber auch der globale Markt oder Freihandelsabkommen.

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Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Unter dem Motto „Unsere Welt verändern“ verfolgt die Agenda 17 zentrale Ziele, die allen Menschen weltweit ein Leben in Würde ermöglichen sollen.


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Auch viele junge Menschen setzten sich für ein besseres Zusammenleben und Nachhaltigkeit ein, sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Bundesjugendrings, Christoph Röttgers. Ihnen sei es wichtig, dass die Erde noch lange bestehe. Es gibt demnach viele Jugendverbände, die sich für die Natur, ihr Umfeld oder auch gegen soziale Ungleichheit einsetzten.

Junge Menschen sehen laut Röttgers, wie viel auf der Welt und in Deutschland falsch laufe, und versuchen deswegen selbst etwas zu ändern. Dazu zählten Ziele wie Geschlechtergerechtigkeit und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft. Röttgers forderte daher, dass Engagement der Zivilgesellschaft besser unterstützt wird. Jungen Menschen müsse auf Augenhöhe begegnet werden.

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