Notleidende oft nicht erreichbar

  • Katastrophenhilfe - 17.08.2018

Immer mehr Menschen in Not sind für Helfer offenbar nicht mehr zu erreichen. Darauf machen mehrere Organisationen zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe an diesem Sonntag aufmerksam. Weltweit bräuchten derzeit 135 Millionen Menschen Hilfe, in 44 Ländern werde der Zugang zu ihnen jedoch ganz oder teilweise verhindert, teilte Caritas international am Mittwoch in Freiburg mit.

Die Zahl der Hilfsbedürftigen erreiche in diesem Jahr einen Rekord, erklärte der Referatsleiter Naher Osten bei Caritas international, Christoph Klitsch-Ott. Die Gründe, warum sie nicht erreichbar seien, seien vielfältig: „Sei es, weil Krankenhäuser und Helfer beschossen werden wie in Syrien oder dem Jemen. Sei es, weil von Regierungen lebenswichtige Versorgungswege geschlossen oder Arbeitserlaubnisse für Helfer nicht erteilt werden.“

Am schwierigsten ist die Hilfe laut der Nichtregierungsorganisation „acaps“ in Eritrea, Syrien, Venezuela und dem Jemen, wie Caritas international mitteilte. Die Zentralafrikanische Republik werde als einer der unsichersten Orte der Welt eingestuft. „Eine wachsende Zahl von Regierungen und Kriegsparteien weltweit betrachtet Humanitäre Hilfe nur noch unter rein militärtaktischen Erwägungen und verweigert Menschen die lebensnotwendige Unterstützung“, so Klitsch-Ott.

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Durch Naturkatastrophen, kriegerische Konflikte oder Epidemien wie Ebola steigt die Zahl der Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, stetig an. Kirchliche Hilfswerke wie Caritas international oder Diakonie Katastrophenhilfe helfen zusammen mit ihren örtlichen Partnern dabei, das Überleben derjenigen zu sicher, die alles verloren haben.


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„Die größten humanitären Katastrophen spielen sich in den Ländern ab, in denen es für Helfer am gefährlichsten ist“, betonte auch das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. So seien seit fast acht Jahren Helfer für 13 Millionen Menschen in Syrien im Einsatz. Wegen der anhaltenden Kämpfe sei es für sie aber oft schwierig und gefährlich, zu den Menschen zu gelangen. In diesem Jahr seien bereits 41 Helfer bei Bombardierungen ziviler Einrichtungen gestorben.

Ohnehin sei die Zahl der Helfer, die Menschen in Not unterstützen und selbst zum Ziel von Angriffen und Gewalt werden, „erschreckend hoch“, so das Bündnis. Demnach wurden 313 Helfer im Jahr 2017 das Ziel von gewaltsamen Übergriffen. In diesem Jahr seien es bereits 179 Männer und Frauen gewesen.

Der Tag der humanitären Hilfe wird jedes Jahr zum Gedenken an die Toten und Verletzten des Anschlages auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003 begangen. Damals wurden nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe 22 UN-Mitarbeiter getötet und über 100 verletzt.

© KNA