Schick: Vorurteile überwinden für Versöhnung

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  • Friedensarbeit - 16.08.2018

Vorurteile zu überwinden ist nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick für Versöhnung unbedingt notwendig. Jeder Dialog beruhe darauf, anzuerkennen, dass alle Menschen gleich sind und sich nach Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität und Harmonie sehnen, erklärte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag.

Er äußerte sich zum Abschluss eines europäischen Workshops der Maximilian-Kolbe-Stiftung im polnischen Oswiecim, in dem die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau liegt.

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Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden stehen im Zentrum der Friedensarbeit der katholischen Kirche. Mit vielfältigen Akteuren und Initiativen setzt sie sich dafür ein, Gewaltursachen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden.


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Am Workshop nahmen 30 Teilnehmer aus ganz Europa teil. Im Zentrum stand die Frage nach den bis heute andauernden Prägungen und Verletzungen, die von Auschwitz und dem Zweiten Weltkrieg ausgehen. Schick betonte, der geteilte Respekt vor den Leiden der Opfer habe eine gute Grundlage für den Austausch gebildet. „Auch die Kirche steht vor der Herausforderung, sich nicht nur rhetorisch an die Seite der Opfer zu stellen, sondern ein praktisches, bisweilen schmerzhaftes Zeugnis der Gewaltüberwindung zu geben“, so der Erzbischof. Diese Perspektive weite den Blick für aktuelle Herausforderungen etwa in Bosnien, Syrien oder der Ukraine.

Der Franziskanerpater Maximilian Kolbe (1894-1941) war am 14. August 1941 im Vernichtungslager Auschwitz in Polen ermordet worden, nachdem er freiwillig anstelle eines Mithäftlings in die Todeszelle gegangen war. Er wurde 1982 heiliggesprochen. Die Stiftung setzt sich nach eigenen Angaben für die Stärkung der Versöhnungsarbeit in Europa ein.

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