Erzbischof aus Fidschi: Es geht um Leben und Tod

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  • Klimawandel - 14.08.2018

Erzbischof Peter Loy Chong aus dem südpazifischen Inselstaat Fidschi warnt vor den Folgen des Klimawandels: „Der Klimawandel bedeutet für uns nicht in erster Linie, dass wir wirtschaftliche Chancen verpassen. Es geht um unsere Nahrungsgrundlagen, unsere Zukunft. Es geht um Leben und Tod!“, sagte der Erzbischof aus der Hauptstadt Suva laut Mitteilung des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ am Dienstag in München.

Der Wasserspiegel des Pazifiks steige Jahr für Jahr. „In 50 Jahren werden viele Siedlungen untergegangen sein. Das können wir nicht nur Statistiken entnehmen. Das sehen wir selbst“, so Chong.

Die Kirche spiele bei dem Thema in zwei Bereichen eine wichtige Rolle, ergänzte der Erzbischof. „Erstens geht es um ein Problem, das einen Kern unseres Glaubens betrifft: Die Schöpfung ist ein Geschenk, das uns der Schöpfer gemacht hat – verbunden mit dem Auftrag, sie zu bewahren. Wir müssen uns als Christen fragen, ob wir uns da richtig verhalten oder nicht.“ Zweitens müsse die Kirche überlegen, wie sie die Menschen in ihrem Leid begleiten und trösten könne. „Ihr ganzes Leben, ihr Überleben ist durch die Umweltveränderungen ins Wanken gekommen. Der Glaube lässt uns Schmerz und Todesangst in Gebet verwandeln – in die Bitte, dass Gott das Weinen seines Volkes hört.“

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Es gehe beim Klimawandel also nicht nur um Politik und Wirtschaft. „Es geht um die Achtung vor der Schöpfung und darum, die Not der Menschen zu lindern“, erklärte Chong. Die „ökologische Umkehr“ müsse auch auf lokaler Ebene erfolgen. „Und sie muss eine Umkehr der Herzen sein. Wir brauchen eine Annäherung an Gott, Achtung vor der Schöpfung, einen nüchternen Blick auf die Fakten und eine Großherzigkeit gegenüber denjenigen, die unter den Folgen leiden.“

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