Misereor-Chef fordert Wandel im Konsumverhalten

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  • Ethisches Investment - 09.08.2018

Angesichts wachsender globaler Herausforderungen etwa durch Klimawandel und Rohstoffknappheit fordert Misereor-Chef Pirmin Spiegel grundlegende Änderungen im Konsumverhalten. Jeder Einzelne müsse seine eigenen materiellen Ansprüche „auf ein für alle Menschen erträgliches Maß“ anpassen, forderte der Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Um die Welt zu einem lebenswerten Ort für Alle zu machen, seien „persönliche Umkehr“ und eine „Umgestaltung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ unabdingbar, betonte Spiegel. Beides dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden. Als Richtschnur nannte der Misereor-Chef die von den Vereinten Nationen formulierten 17 Nachhaltigkeitsziele, aber auch die Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus.

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Was bedeutet es, den eigenen Lebensstil so zu verändern, dass er nicht auf Kosten anderer geht? Wenn es um die Frage der Nachhaltigkeit geht, fallen einem natürlich sofort Fair Trade- und Bioprodukte ein – oder der Bezug von Ökostrom. Seltener diskutiert wird hingegen die Frage nach den Wirkungen der eigenen Geldanlage. Was passiert eigentlich mit dem Geld, wenn es auf der Bank liegt?


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Zu einem Engagement für den Nächsten und die Schöpfung gehöre zudem, so Spiegel weiter, „dass wir eine menschenfeindliche Rhetorik in unserer eigenen Gesellschaft deutlich ablehnen müssen. Globale Gerechtigkeit ist eine große Herausforderung, doch sie ist möglich, wenn sie in jedem Land angestrebt wird.“

Der Hauptgeschäftsführer von Misereor äußerte sich zum 60-jährigen Bestehen des Hilfswerks. Mit seiner Rede „Abenteuer im Heiligen Geist“ auf der Vollversammlung der deutschen Bischöfe vom 19. bis 21. August 1958 in Fulda legte der damalige Kölner Kardinal Josef Frings den Grundstein für das heute weltweit größte Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche.

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