Missio: Rückhalt für philippinischen Präsidenten schwindet

  • Philippinen - 03.08.2018

Der Rückhalt für den umstrittenen Präsidenten Rodrigo Duterte auf den Philippinen schwindet langsam, aber sicher. Zu dieser Einschätzung kommt die Referentin für den südasiatischen Inselstaat bei Missio München, Stephanie Schüller.

Auch die einfachen Leute, die seine Politik der Härte unterstützt hätten, wendeten sich immer mehr von ihm ab, sagte sie laut Mitteilung vom Donnerstag. In Zahlen ließe sich der Wandel noch nicht belegen. Doch Missio-Projektpartner hätten in den vergangenen Wochen zunehmend von einem Wandel des politischen Klimas im Land berichtet.

„Ein entscheidender Wendepunkt war Dutertes Aussage, die Christen glaubten an einen dummen Gott“, sagte Schüller. Damit habe er nicht nur die katholische Kirche beleidigt, die das schon gewohnt sei, sondern die philippinische Bevölkerung an sich. Denn diese sei nach wie vor „tief gläubig“. Zudem habe seine jüngste, nunmehr dritte Rede an die Nation für Befremden gesorgt. „Die Behauptung des Präsidenten, dass sich seine Gegner um Menschenrechte sorgen, er sich aber um das Leben der Menschen, wurde als zynisch gewertet“, so die Referentin.

Etwa 27.000 Menschen sind laut Mitteilung mittlerweile in Dutertes Krieg gegen die Drogen zu Tode gekommen. Selbst den Anhängern des Präsidenten werde immer klarer, dass der Kampf gegen die Drogen keine Rechtfertigung sei, menschliches Leben einfach auszulöschen. Missio-Projektpartner auf den Philippinen stellten sich gegen die außergerichtlichen Tötungen, die Drogenabhängige, Kleinkriminelle und teils auch Unschuldige träfen, während die Strippenzieher im Drogengeschäft unbehelligt blieben.

Zuletzt hat das katholische Hilfswerk die Arbeit der Filmemacherin Ditsi Carolino mitfinanziert, die in einer Dokumentation das tägliche Töten auf den Straßen Manilas sichtbar macht. Zu sehen ist der Film auf https://www.youtube.com/watch?v=pEuLu9FsRco.

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