Unicef: Kinder besser vor Menschenhandel schützen

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  • Menschenhandel - 30.07.2018

Zum Internationalen Tag gegen Menschenhandel an diesem Montag fordern Experten vor allem mehr Schutz für Kinder. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) von Sonntag sind weltweit rund 28 Prozent der entdeckten Opfer von Menschenhandel Mädchen und Jungen.

In Regionen wie Subsahara-Afrika, Zentralamerika und der Karibik machten Kinder mit mehr als 60 Prozent einen noch höheren Anteil aus – die Dunkelziffer liege vermutlich sogar darüber, erklärte Unicef zusammen mit einem Bündnis von UN- und Nichtregierungsorganisationen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, bezeichnete es als Herausforderung für die internationale Staatengemeinschaft, Menschenhändlern und Schleusern das Handwerk zu legen. Papst Franziskus verlangte mehr Engagement.

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Laut Schätzungen sind rund 40 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von moderner Sklaverei und organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Kirche auf internationale und interreligiöse Zusammenarbeit.


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„Es liegt in der Verantwortung aller, Ungerechtigkeiten anzuzeigen und entschieden gegen dieses schmähliche Verbrechen vorzugehen“, sagte Franziskus nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Auch Migrationsrouten würden von Menschenhändlern genutzt, um neue Opfer zu finden. Im Zusammenhang mit Menschenhandel stünden weitere Verbrechen wie Organhandel oder die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Männern und Frauen.

Darauf wies auch Unicef hin: Für Kinder und Jugendliche, die auf gefährlichen Routen auf der Flucht seien, bestehe eine große Gefahr, Opfer von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung durch Menschenhändler zu werden. Noch immer würden viele Opfer von Kinder- und Menschenhandel nicht erkannt: „Die betroffenen Mädchen und Jungen vertrauen sich aus Angst vor ihren Menschenhändlern oder aus Misstrauen nicht der Polizei oder Behörden an.“ Auch eine Angst vor „Stigmatisierung“ oder einer Rückführung in die Heimat spiele eine Rolle.

„Menschenhandel ist eine echte Bedrohung für Millionen Kinder weltweit, insbesondere für Kinder, die ihre Heimat verlassen mussten und ohne Schutz sind“, unterstrich Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta H. Fore. „Regierungen müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.“

Die Experten fordern unter anderem „sichere und legale“ Wege für Flucht und Migration, eine Stärkung von Sozial- und Schutzsystemen sowie eine Verbesserung von grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Brand lenkte den Blick auf die Ausbeutung von Minderjährigen. „Dieses Verbrechen ist für die Täter besonders einträglich. Der zu erzielende Profit mit der 'Ware Mensch' ist höher als der mit illegalem Drogen- und Waffenhandel. Zudem sind die Opfer dieses perfiden Geschäfts immer von Neuem ausbeutbar.“

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