50.000 Venezolaner fliehen pro Tag nach Kolumbien

  • Venezuela/Kolumbien - 10.07.2018

Rund 50.000 Menschen fliehen täglich von Venezuela nach Kolumbien. Seit Dezember 2017 sind demnach eine halbe Million Venezolaner nach Kolumbien geflohen, wie der Jesuit Refugee Service (JRS) am Dienstag mitteilte. Die Dunkelziffer ist allerdings noch höher.

Die Organisation beruft sich dabei auf Schätzungen der kolumbianischen Migrationsbehörde, der zufolge im gleichen Zeitraum weitere 400.000 Menschen auf illegalem Weg nach Kolumbien gekommen sind. Die Dunkelziffer liege wohl aber noch höher, da es an der 2.000 Kilometer langen Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela gerade einmal sechs offizielle Grenzübergänge gebe und demgegenüber mehr als hundert informelle.

Besonders viel Migrationsbewegung zeige sich am Grenzübergang in Cúcuta. Hunderte Menschen seien dort stets zu sehen, während sich auf der kolumbianischen Seite lange Schlangen vor den Einwanderungsbüros bildeten, so der JRS weiter. Dort seien vor wenigen Monaten internationale Bustransporte eingerichtet worden; die die Migranten zu einem Preis von rund 350 US-Dollar (rund 298 Euro) nach Peru, Chile oder Ecuador bringen.

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Seit 2016 hat der JRS Kolumbien eigenen Angaben zufolge rund 7.000 Migranten aus Venezuela unterstützt. Die Organisation lege die Priorität auf Kranke, Schwangere und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die meisten bräuchten Gesundheitsversorgung, Medikamente und Nahrung. Zudem werden die Migranten rechtlich beraten und erhalten psychosoziale Unterstützung. Der JRS Kolumbien versucht, die humanitäre Krise in Venezuela sichtbar zu machen und auch Kolumbien dazu anzuhalten, mehr für den Schutz der Migranten zu tun.

© Jesuit Refugee Service