Papst: Alle Regierungen müssen Klimabeschlüsse umsetzen

  • © Bild: KNA
  • Papst - 06.07.2018

Papst Franziskus hat alle Regierungen aufgefordert, die Verpflichtungen der UN-Klimakonferenz von Paris zu erfüllen. Um „die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu vermeiden“, sei „keine Zeit zu verschwenden“, sagte er am Freitag vor den Teilnehmern einer internationalen Umweltkonferenz im Vatikan. Den Ausstieg der USA unter Präsident Donald Trump aus dem Pariser Abkommen erwähnte er dabei nicht eigens.

Es gelte, die 24. UN-Klimakonferenz im Dezember in Kattowitz ebenso zu nutzen wie den „Global Climate Action Summit“ im September in San Francisco. Dafür, so der Papst, komme auch Bürgerbewegungen eine wichtige Rolle zu. „Die Menschheit hat das Wissen und die Mittel, um verantwortlich zu handeln“, mahnte Franziskus. „Es besteht die reale Gefahr, dass wir künftigen Generationen nur Trümmer, Wüsten und Müll zurücklassen“, so das Kirchenoberhaupt.

Eigens appellierte Franziskus an Finanzinstitutionen, einen Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung vorzunehmen. Außerdem seien bei den Beratungen und Entscheidungen für eine ganzheitliche Ökologie besonders Vertreter der jungen Generation sowie indigener Völker einzubeziehen. Erstere seien von den Folgen heutiger Politik und des Wirtschaftens besonders betroffen; letztere hingegen hätten wichtiges Wissen über den Zusammenhang von Mensch und Natur beizusteuern.

Umwelt-Enzyklika - 06.07.2018

Die Zivilgesellschaft muss bei sozialen und ökologischen Fragen noch viel mehr Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben, findet der Referatsleiter für Lateinamerika/Europa bei Caritas international, Claudio Moser. Er nimmt an der Umweltkonferenz im Vatikan teil, die an diesem Freitag endet.


Artikel lesen

Bei der am Donnerstag und Freitag tagenden Konferenz unter dem Titel „Saving Our Common Home and The Future Life on Earth“ sprechen neben dem Papst Vertreter internationaler Umweltschutzinitiativen. Unter den Teilnehmern sind der britische Parlamentarier John Gummer und die polnische Ministerin für Unternehmertum und Technologie, Jadwiga Emilewicz.

Zu Wort kommen ebenso Wirtschaftsexperten, Jugendliche und Kirchenvertreter, darunter Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sowie der Chef des vatikanischen Entwicklungsministeriums, Kardinal Peter Turkson. Parolin hatte am Donnerstag betont, der Glaube biete Christen wie anderen Gläubigen hinreichend Motivation zum Einsatz für die bedrängte Natur und die schwächsten Mitglieder der Menschheitsfamilie. Denn der „Schrei der Erde“ sei immer auch ein „Schrei der Armen“.

Der Vatikan veranstaltet die Konferenz unter dem Titel „Das gemeinsame Haus und die Zukunft unseres Lebens auf der Erde retten“ anlässlich des dritten Jahrestags der Veröffentlichung von Papst Franziskus' Umweltenzyklika „Laudato si“ (24. Mai 2015).

© KNA