Wenn Graffiti in der Schule erlaubt ist

  • Bildung - 05.07.2018

Zwei spanische Künstler reisen durch Kambodscha. Ihre Mission: Gemeinschaften stark machen durch Kunst im öffentlichen Raum. In Sisophon haben Miguel und Laila die Schüler zu prächtigen und ausdrucksstarken Graffitis inspiriert.

Kinder bemalen die Wand mit bunten Farben.

Jesuitenmission Deutschland

Spätestens seit 2015, dem Premieren-Jahr des „Cambodia Urban Art Festival“ gilt Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh als südostasiatischer Hotspot für Street Art und Graffiti. Abseits der Metropole ist zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum aber schwer zu finden.

Wie für viele Graffiti-Künstler ist auch für Miguel Cabrales and Laila Fábregas aus Spanien Street Art nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern ein Mittel für sozialen Wandel und ein Weg in eine partizipative Gesellschaft: transformative Kunst. Die beiden sind die Initiatoren des Projekts „A Very Beautiful Mango“; ihre Mission: Gemeinschaften stark machen durch Kunst im öffentlichen Raum. „Es sollte nirgendwo graue und isolierte Communities geben“, erklären sie und rannten damit bei den Schülern des Xavier Jesuit School offene Türen ein. Ihr Schule befindet sich schließlich noch im Bau, bietet viele Flächen zum damit Raum zur kreativen Intervention.

Für die Graffiti-Künstler ist Street Art auch ein Mittel für sozialen Wandel.

Jesuitenmission Deutschland

Ein zentrales Thema der Graffiti in Sisophon ist Musik: Unter der Anleitung von Miguel und Laila haben die Schüler etwa ein Band bunter Noten über Wände ziehen lassen als Zeugnis der Kreativität und Ausdruckskraft der Jugend in einer der ärmsten Gegenden Kambodschas.

Schulleiter Quyen Vu SJ ist begeistert: „Mit ihrer sorgfältigen Vorbereitung haben Miguel und Laila es den Schülern ermöglicht, sich frei durch Worte und Farben auszudrücken und eine stärkere Verbindung mit der Umgebung herzustellen, in der sie studieren!“

© Jesuitenmission Deutschland

Jesuiten in Kambodscha

Vor vierzig Jahren verwandelten die Roten Khmer das Leben in Kambodscha in eine Hölle und zerstörten auch das gesamte Bildungssystem. Die Roten Khmer verfolgten Gebildete und Intellektuelle gnadenlos, da sie Bildung als Verrat an ihrem Ideal eines reinen Agrarkommunismus sahen. Das ist lange her, aber die Schatten der Vergangenheit sind an vielen Orten noch zu spüren. Der Herrschaft der Roten Khmer folgte ein jahrelanger Bürgerkrieg, der mit dem Pariser Friedensabkommen von 1991 offiziell endete. Die Jesuiten kehrten mit den ersten Flüchtlingen ins Land zurück und halfen beim Wiederaufbau. Noch heute fehlen vor allem in ländlichen Gegenden gute Schulen.

Mehr