Patriarch Sako wird 70

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  • Irak - 04.07.2018

Kardinal Louis Raphael I. Sako, Patriarch von Babylon mit Sitz in Bagdad, wird an diesem Mittwoch 70 Jahre alt. Als Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche leitet er eine der größten christlichen Glaubensgemeinschaften des Nahen Ostens. Allerdings sind große Teile der Gläubigen vor Krieg und Terror aus dem Irak geflohen, viele in den Westen.

Sako ist ein unermüdlicher Warner vor dem Untergang des Christentums in dessen Geburtsregion. Die christlichen Politiker im Land ermahnt der chaldäische Patriarch zu mehr Einheit, um die kleine christliche Quote im Parlament und ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Papst Franziskus schätzt den vielsprachigen Patriarchen unter anderem als Experten für den interreligiösen Dialog mit dem Islam. In der vergangenen Woche machte er ihn zum Kardinal.

Somit wird Sako bei der Zusammenkunft der Vertreter der chaldäischen Kirche vom 7. bis zum 11. August bereits Rot tragen. In der Ernennung durch Papst Franziskus sieht der Patriarch ein Zeichen der Versöhnung und einen Aufruf, die Mission immer weiter zu tragen:

„Ich denke nicht, dass diese Ernennung ein Preis ist, den ich vom Heiligen Vater verliehen bekomme. Er hat an uns gedacht, an den Irak, an die Iraker im Nahen Osten. Ich sehe es als einen Aufruf, eine erweiterte und offenere Mission, um eine Kultur des Dialogs, des Friedens und des Respekts für alle zu fördern. Das ist etwas, was der Heilige Vater tut, aber im Konkreten! Der Papst kann nicht im Irak, in Syrien oder sonst überall sein; es sind die Bischöfe und die Patriarchen, die diese Appelle zur Versöhnung, zur Stabilität und zum Respekt allen gegenüber verkörpern müssen.“

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Ein Schritt in die richtige Richtung könnten die kürzlich abgehaltenen Wahlen sein, aus denen eine „starke und demokratische Regierung“ erwachsen könne, die alle ethnischen und religiösen Komponenten des Landes vertrete, so die Hoffnung des Patriarchen.

„Um die Wahrheit zu sagen, ich habe die Unterstützung von allen erhalten, von vielen Muslimen, religiösen Führern, aber auch Politikern … Sie sind gekommen, um mir zu gratulieren, haben Briefe geschrieben … Nun wartet der Irak auf die Bildung einer neuen Regierung. Man spricht von einer Regierung, in der alle Bevölkerungsgruppen vertreten sind. Aber es gibt Probleme, sie verhandeln untereinander. Hoffen wir das Beste. Wir werden alles uns Mögliche unternehmen, um den Irakern dabei zu helfen, sich aus diesem spannungsgeladenen Umfeld zu befreien.“

Sako wurde Anfang 2013 in Rom von der chaldäischen Bischofssynode zum Patriarchen von Babylon gewählt; er wählte den Namen Louis Raphael I. Am 4. Juli 1948 im nordirakischen Zakho an der Grenze zur Türkei geboren, studierte Sako in Mossul am Theologischen Seminar des Dominikanerordens und wurde 1974 zum Priester geweiht. 1979 begann er weitere Studien am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, wo er in orientalischer Patristik promoviert wurde. Anschließend erwarb er einen Doktorgrad in Geschichte an der Pariser Sorbonne.

Von 1986 an wirkte Sako in Mossul als Gemeindepfarrer. Zwischen 1997 und 2002 war er Rektor am Priesterseminar in Bagdad; anschließend kehrte er in seine frühere Pfarrstelle zurück. 2002 wurde Sako zum Erzbischof von Kirkuk gewählt und im Folgejahr geweiht. Außer Arabisch und Chaldäisch spricht er Französisch, Englisch und Italienisch; zudem hat er unter anderem deutsche Sprachkenntnisse.

© KNA/Vatican News/cze