Kirche will Wiederaufbau im Nordirak fördern

  • Bedrängte Christen - 02.07.2018

Der Weltkirche-Bischof Ludwig Schick ermutigt die deutschen Katholiken zur Solidarität mit den Christen im Orient. Gemeinsam mit den katholischen Hilfswerken und dem Erzbistum Köln plant er ein gemeinsames Projekt für den Wiederaufbau im Nordirak an.

Der Bamberger Erzbischof wies in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz von Montag in Bonn darauf hin, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Angehörige der Kirchen des Nahen Ostens nach Deutschland gekommen seien. „Ihre Sorge um den Frieden in ihren Heimatländern ist auch unsere Sorge“, erklärte er.

Papst Franziskus hatte zuvor für diesen Samstag zu einem besonderen Gebet für die Christen im Nahen Osten eingeladen. Gerade vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien und Jemen sowie von Gewalt und Flüchtlingselend in der nahöstlichen Region geht laut Schick von dem Friedensgebet eine unmissverständliche Botschaft aus: „Christen lehnen Hass, Terror und Gewalt ab. Gott will, dass wir Friedensstifter sind.“

Anlässlich des päpstlichen Friedenstreffens am Samstag im italienischen Bari kündigte Erzbischof Schick auch ein gemeinsames Projekt der deutschen katholischen Hilfswerke für den Wiederaufbau im Nordirak an. „Nachdem ich im April mit den Leitern unserer vor Ort tätigen Werke den Irak besucht habe, haben wir die dortige Caritas gebeten, ein Wiederaufbauprojekt in den christlichen Siedlungsräumen der Ninive-Ebene zu konzipieren.“ Dieses Projekt solle vor allem Christen und anderen Minderheiten in den ehemals von der IS-Terrormiliz kontrollierten Gebieten Rückkehr- und Bleibeperspektiven eröffnen.

© KNA

Hintergrund

Das Projekt „Wiederaufbau Ninive Irak“ wird unter Federführung von Caritas international, dem für Katastrophenhilfe zuständigen Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, durchgeführt. Ziel des Projekts ist die Unterstützung der Rückkehr gewaltsam vertriebener Familien in ihre Heimat. Im Jahr 2014 war der sogenannte Islamische Staat in die Ninive-Ebene im Nordirak, eines der Hauptsiedlungsgebiete irakischer Christen, eingefallen. Die Terrormiliz ermordete Tausende von Zivilisten, mehr als 50 Prozent der Infrastruktur wurde zerstört. Seit der Befreiung der Region sind zwar inzwischen wieder Tausende Familien in die Ninive-Ebene zurückgekehrt, doch sie haben mit vielen Widerständen zu kämpfen. Ein Großteil der Häuser ist zerstört, viele Menschen sind traumatisiert, berufliche Perspektiven haben nur die Wenigsten.

Dem versucht die Caritas Irak mit Unterstützung der deutschen katholischen Hilfswerke zu begegnen. Bei dem gemeinsamen Wiederaufbau- und Rehabilitationsprojekt werden 180 Häuser, vier Schulen sowie ein Kindergarten renoviert. Mehrere Hundert Menschen erhalten psychosoziale Unterstützung, um ihre Traumata zu überwinden. Hinzu kommen einkommensschaffende und berufsfördernde Maßnahmen für rund 400 Menschen. Das Projekt hat einen Gesamtumfang von 1,7 Millionen Euro und umfasst einen Zeitraum von einem Jahr. An der Finanzierung sind die katholischen Hilfswerke Caritas international, Misereor, Missio Aachen und Missio München, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sowie die Erzbistümer Bamberg und Köln beteiligt.

© Deutsche Bischofskonferenz

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