Caritas warnt vor Schließung der EU-Grenzen

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  • Flucht und Asyl - 28.06.2018

Caritas-Präsident Peter Neher hat vor einer strengen Sicherung der EU-Außengrenzen gewarnt. „Schließt man die Grenzen Europas, verlagern sich lediglich die Fluchtrouten“, teilte Neher am Donnerstag vor dem EU-Gipfel in Brüssel mit.

Er forderte, „konsequenter“ auf die weltweiten Zusammenhänge zu schauen und sich nicht nur mit den Auswirkungen in Deutschland und Europa zu beschäftigen. „Die aktuellen Abschottungstendenzen in der europäischen Flüchtlingspolitik befördern auf fatale Art und Weise jene Globalisierung der Gleichgültigkeit, die Papst Franziskus schon vor Jahren beklagte“, so der Caritas-Präsident.

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Neher erklärte, die inhaltliche Prüfung von Schutzgründen müsse weiterhin in der EU stattfinden. Er bezog sich damit auf die Idee von Ausschiffungszentren außerhalb der EU, wo im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge und Migranten an Land gehen könnten. Die Verantwortung darf Neher zufolge nicht auf Drittstaaten „abgewälzt“ werden. „Die Politik der EU darf nicht darauf abzielen, Menschen, die in ihren Heimatländern verfolgt werden, in unsicheren und perspektivlosen Situationen in Transitstaaten oder auf Rettungsschiffen im Stich zu lassen“, sagte Neher.

Am Nachmittag treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Eines der Hauptthemen wird die Migrationspolitik sein.

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