Bonifatiuswerk: 14,5 Millionen Euro für Katholiken in Diaspora

  • Hilfswerke - 26.06.2018

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat im vergangenen Jahr 776 Projekte für katholische Minderheiten in Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum mit 14,5 Millionen Euro gefördert. Das geht aus dem Jahresbericht 2017 hervor, den das in Paderborn ansässige Hilfswerk am Dienstag in Leipzig vorstellte.

Der Jahresbericht des Hilfswerks weist für 2017 Spenden und Zuwendungen in Höhe von 14,4 Millionen Euro aus. Davon stammten 4,8 Millionen Euro aus Kollekten, 5,3 Millionen Euro aus Spenden, Vermächtnissen und Schenkungen sowie knapp 3,7 Millionen Euro vom Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe.

In Deutschland förderte das Bonifatiuswerk Projekte mit 5,1 Millionen Euro, in Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island mit 6,4 Millionen Euro sowie in Estland und Lettland mit gut 500.000 Euro. Darin enthalten sind 75 Bauprojekte mit einem Volumen von knapp 3 Millionen Euro, 621 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe (1,8 Millionen Euro) und 35 Projekte der sogenannten Glaubenshilfe (1,1 Million Euro). In missionarische Initiativen zur Neuevangelisierung sowie die religiöse Bildungsarbeit flossen 2 Millionen Euro.

Generalsekretär Georg Austen gab zudem bekannt, dass sich das Bonifatiuswerk um das Spendensiegel des Deutschen Spendenrates beworben hat. Mit der Umstellung der Jahresabschlüsse nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der 2017 vollzogenen Trennung von operativen und beaufsichtigenden Gremien seien alle formalen Voraussetzungen „solide erfüllt“. Damit könnte das Spendensiegel bis Ende dieses Jahres verliehen werden.

Austen erläuterte: „Perspektivisch fahren wir die Bauhilfe etwas zurück und investieren zunehmend in 'lebendige Steine' und Glaubensprojekte, insbesondere für Kinder und Jugendliche.“ So setze das Bonifatiuswerk auf die Förderung von Personalstellen: „Aber in enger Absprache mit den Bistümern vor Ort, damit die finanzielle Sicherung der Stelle über die zwei Förderjahre hinaus gesichert ist.“ Auch gebe es ein Praktikantenprogramm. Zudem setze das Hilfswerk auf innovative Projekte.

Als Beispiele nannte Austen Projekte wie die inzwischen etablierten „Tage religiöser Orientierung“ in Hildesheim, ein Projekt, das Sakramentenvorbereitung und Schulpastoral verknüpft, sowie ein Berliner Flüchtlingsprojekt, das sich mit der besonders in Ostdeutschland verbreiteten Angst vor dem Islam auseinandersetzt. „Bei alledem geht es längst nicht immer nur um finanzielle Unterstützung, häufig können wir auch mit Impulsen und Netzwerken weiterhelfen“, so Austen.

Knapp 1,8 Millionen Euro flossen laut Finanzbericht in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Dieser Summe stehen Einnahmen aus der Vermögensverwaltung in etwa gleicher Höhe gegenüber, so dass den Angaben zufolge die Spenden voll in Projekte gegangen seien, erläuterte Geschäftsführer Martin Guntermann.

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