Bischöfe: „Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein“

  • Flucht und Asyl - 26.06.2018

Die katholischen deutschen Bischöfe zeigen sich angesichts der Situation auf dem Mittelmeer alarmiert. Derzeit würden politische Interessen „auf Kosten von Menschenleben verfolgt“, erklärten sie am Dienstag in Berlin. „Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein“, so die Mahnung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz.

Europäische Regierungen wollten Seenotretter entmutigen, obwohl die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert sei, kritisieren die Bischöfe. „Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf.“ Die Kirche widerspreche dem Trend, so zu handeln, „mit Nachdruck“.

Flucht und Asyl - 20.06.2018

Die Politik lässt sich von wenigen lautstarken Stimmungsmachern treiben und ignoriert die Millionen von Menschen, die sich vor Ort in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Das kritisiert der Jesuit Claus Pfuff, neuer Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) in Deutschland.


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Notwendig seien gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität, so die Bischöfe: „Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet.“

Vor zehn Tagen war das Rettungsschiff „Aquarius“ mit 106 Flüchtlingen an Bord nach tagelanger Odyssee in Spanien eingetroffen, nachdem Italien und Malta keine Anlegeerlaubnis erteilt hatten. Nun liegt die von einer deutschen Nichtregierungsorganisation gecharterte „Lifeline“ seit fünf Tagen mit rund 230 Flüchtlingen vor Malta. Erneut verweigern Malta und Italien dem Schiff die Einfahrt in einen Hafen.

© KNA

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