Roth: Religionen wichtige Partner der Friedensarbeit

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  • Friedensarbeit - 19.06.2018

Kirchen und Religionsgemeinschaften sind aus Sicht der Bundesregierung „ganz zentrale strategische Partner für die Friedensarbeit“. Das sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, am Dienstag anlässlich der Eröffnung der Tagung „Friedensverantwortung der Religionen“ in Berlin.

Die Konferenz, an der auf Einladung des Auswärtigen Amts und des Außenministeriums der Republik Finnland rund 70 Religionsvertreter aus Süd-, Südost- und Ostasien teilnehmen, stellt die Rolle von Religionsvertretern als Mediatoren und Friedensstifter in den Mittelpunkt.

„Ein großes Ziel eint uns: Frieden zu schaffen und dem Frieden zu dienen“, sagte Roth. „Ich kenne keine Religionsgemeinschaft, die nicht den Anspruch hat, Frieden zu stiften.“ Dennoch gebe es auch eine „dunkle Seite der Religion“: „Wir erleben auf der Welt, dass Terror, Gewalt und Unterdrückung mit religiösen Motiven begründet werden.“

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Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden stehen im Zentrum der Friedensarbeit der katholischen Kirche. Mit vielfältigen Akteuren und Initiativen setzt sie sich dafür ein, Gewaltursachen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden.


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Religiöse Repräsentanten genössen oft hohes Ansehen und Vertrauen. Dies sei ein wertvoller „Schatz des Friedens“, der genutzt, gefördert und ausgebaut werden müsse, betonte Roth. Es sei nicht akzeptabel, wenn Menschen im Namen einer Religion anderen Menschen die Menschlichkeit absprächen oder Gläubige zu Hass, Gewalt und Intoleranz aufgerufen würden. Dann könne und dürfe der Staat nicht neutral bleiben. „Keine Religion darf über unserem Grundgesetz stehen“, so Roth. Für Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit gebe es auch unter dem Schutz einer Religion in der Gesellschaft keinen Platz.

Die finnische Unterstaatsministerin Anne Sipiläinen machte deutlich, dass Mediation schon lange ein Ansatz der finnischen Außenpolitik sei. „Ein dauerhafter Friede erfordert eine weite Bandbreite an Akteuren“, sagte sie. Religiöse Akteure wüssten normalerweise gut, was Menschen motiviere. „Anstatt den Staat und die Religionen als inkompatibel darzustellen, sollten wir Möglichkeiten der Kooperation suchen.“

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