Misereor fordert Einhaltung der Menschenrechte bei Rohstoffabbau

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  • Rohstoffe - 27.04.2018

Das Entwicklungshilfswerk Misereor warnt vor Menschenrechtsverletzungen beim Abbau von Rohstoffen. Unternehmen und Politik müssten verhindern, dass beim Rohstoffabbau in Lateinamerika, Afrika und Asien Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört würden, sagte der Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Freitag in Aachen.

Die Energiewende müsse mehr umfassen als nur den Austausch von Energiequellen. Gesellschaft, Politik und Unternehmen sollten ihre Vorstellungen von Wohlstand und Konsum grundlegend überdenken.

Das Hilfswerk macht zudem auf einen steigenden Rohstoffbedarf für Wind- und Solarenergie aufmerksam. Für die Herstellung von Windrädern und Photovoltaikanlagen würden große Mengen metallischer Rohstoffe aus Brasilien, Peru, Chile, Mexiko, Guinea oder China benötigt, hieß es.

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Bodenschätze sind von zentraler Bedeutung für das moderne Leben – und die Menschen verbrauchen mehr und mehr. Der Boom auf den globalen Rohstoffmärkten könnte besonders in rohstoffreichen Entwicklungsländern dafür genutzt werden, Hunger und Armut zu bekämpfen. Häufig sieht die Realität jedoch anders aus.


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Nach Angaben von Misereor werden dabei etwa Luft, Wasser und Böden verschmutzt und Anwohnern die Lebensgrundlagen entzogen. Zudem würden die Mitbestimmungsrechte indigener Gemeinschaften verletzt. Spiegel ergänzte: „Umweltschützer und Menschenrechtsverteidiger werden oft kriminalisiert, verfolgt und manchmal ermordet.“

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