Caritas fordert besseren Schutz für Zivilisten in Syrien

  • Syrien - 24.04.2018

Zu Beginn der Syrien-Konferenz an diesem Dienstag in Brüssel fordert Caritas international von der  internationalen Gemeinschaft besseren Schutz und mehr Hilfen für die Zivilbevölkerung in Syrien.

„Einerseits muss sie darauf drängen, dass humanitäre Hilfe im gesamten Land geleistet werden kann. Andererseits muss sie in kommenden kriegerischen Auseinandersetzungen, von denen leider ausgegangen werden muss, auf einen stärkeren Schutz der Zivilbevölkerung pochen“, erklärte Caritas-Präsident Neher am Dienstag in Freiburg. Er hat Syrien im März bereist.

Es sei ein Mythos, dass nur in einzelnen Teilen des Landes Not herrsche, so Neher weiter. „Die Wirtschaft liegt am Boden und große Teile der Infrastruktur, vor allem in den Städten, sind zerstört. Solange es keine Arbeit für die Menschen gibt, solange der Wiederaufbau auf sich warten lässt und die Kämpfe weitergehen, werden sie auf Hilfe von außen angewiesen sein.“

Ordensgemeinschaften - 19.03.2018

Nawras Sammour SJ, Leiter des JRS im Nahen Osten, berichtet im Interview von der aktuellen Lage vor Ort, die für die Syrer immer unübersichtlicher wird.


Artikel lesen

Alle von der internationalen Gemeinschaft zugesagten und dringend benötigten Mittel müssten zur Verfügung gestellt werden, forderte Neher. Bisher sind nach UN-Angaben nur rund 15 Prozent der in 2017 zugesagten Hilfsgelder in Höhe von 3,5 Milliarden Euro bereitgestellt worden. Neher kritisierte zudem den in der Vergangenheit vielfach eingeschränkten oder ganz verweigerten Zugang zu Kampfgebieten für humanitäre Helfer als „menschenverachtende Kriegstaktik“.

Die Caritas-Partnerorganisationen vor Ort unterstützen die Menschen in ihrem Land seit Ausbruch des Bürgerkrieges im März 2011. Mehr als 13 Millionen Syrerinnen und Syrer sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen, 6,6 Millionen Vertriebene im eigenen Land und insgesamt etwa 5,6 Millionen ins Ausland geflohen.

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt die Arbeit der Caritas Syrien und weiterer lokaler Partner in Damaskus und Umgebung, in Aleppo, Homs, Tartous, Latakia, Idlib und im Nordosten Syriens in der Provinz al Jziré.

© weltkirche.katholisch.de

Dossier

Mit ihrem vielfältigen Engagement im Bereich der Flüchtlings- und Migrantenhilfe steht die Kirche an der Seite aller Schutzbedürftigen und Notleidenden: durch Beratung, Seelsorge, materielle Unterstützung und den stetigen Dialog mit Politik und Gesellschaft.


Zum Dossier