Renovabis kritisiert bei Aktionseröffnung Abschottung

  • Hilfswerke - 23.04.2018

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am Sonntag im Rottenburger Dom die bundesweite Spendenaktion des katholischen Osteuropahilfswerks Renovabis eröffnet worden. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst rief dazu auf, in Europa „neue Brücken zu bauen, die auch in Krisen standhalten“. Es gelte, über Abgründe zu schreiten und Menschen miteinander zu verbinden.

Fürst ging damit auf das Motto der diesjährigen Aktion von Renovabis ein. Es heißt „miteinander. versöhnt. leben. Gemeinsam für ein solidarisches Europa“. Renovabis stehe für das Bauen von Brücken, betonte der Bischof.

Er nannte es wunderbar, dass die Initiative zur Gründung des Hilfswerks vor einem Vierteljahrhundert von katholischen Laien ausgegangen sei. Sie hätten gespürt, dass Europa neue Brücken brauche. Die deutschen Bischöfe hätten die Idee dankbar aufgegriffen.

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Verständigung in Europa, Versöhnung und Brückenbau: Das sind die Kernthemen des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis im Jahr 2018. Zum 25-jährigen Bestehen greift die Solidaritätsaktion damit ein seit ihrer Gründung zentrales Anliegen auf.


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Kritik übte Fürst an Tendenzen zu Nationalismus und Abschottung. Er kritisierte eine wachsende Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in Europa. Es gelte, erneut nach den Wurzeln des gemeinsamen Europa zu fragen. Sie seien aus dem Geist des Christentums erwachsen.

Gemeinsam mit Fürst standen der polnische Bischof Jan Kopiec und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Christian Hartl der Messfeier vor. Zur musikalischen Gestaltung trug die slowakische Band F6 bei. Die meisten Mitglieder der Band sind Roma. Die Aktion des Hilfswerks endet am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in den katholischen Gottesdiensten.

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