Neue Studie beleuchtet Rolle von Wirtschaftswachstum

  • Deutsche Bischofskonferenz - 20.04.2018

In einer neuen Studie plädiert die Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ der Deutschen Bischofskonferenz für eine sozial-ökologische Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die bisherigen politischen Maßnahmen reichten bei Weitem nicht aus, um schwerwiegende Umweltfolgen zu vermeiden, so das Urteil der Wissenschaftler.

In der Untersuchung mit dem Titel „Raus aus der Wachstumsgesellschaft? Eine sozialethische Analyse und Bewertung von Postwachstumsstrategien“ hat das Expertengremium im Auftrag der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz untersucht, wie Wirtschaftswachstum mit Blick auf nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung zu beurteilen ist.

Zu den zentralen Forderungen der Wissenschaftler gehört die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Energieversorgung. Diese müsse sozial abgefedert und international abgestimmt werden. Wichtig sei außerdem, umwelt- und ressourcenschonende Lebensstile durch entsprechende Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen zu fördern und attraktiver zu machen, besonders mit Blick auf Mobilität und nachhaltigen Konsum.

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Das Machtverhältnis im weltweiten Handel ist ungerecht verteilt – zumeist sind es Großkonzerne, die die Bedingungen des Handels bestimmen. Kleinbauern haben indes kaum eine Chance, im weltweiten Wettbewerb zu bestehen.


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Der Vorsitzende der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ und Präsident der Hochschule für Philosophie München, Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, unterstrich die von der Postwachstumsbewegung ausgehenden wichtigen Impulse. Anders als manche ihrer Vertreter geht die Sachverständigengruppe jedoch davon aus, dass Wirtschaftswachstum unter der Voraussetzung entsprechender Rahmenbedingungen von zusätzlichem Ressourcenverbrauch und Emissionen entkoppelt werden kann. „Die Sachverständigengruppe spricht sich für umfassende Strukturreformen aus, die Anreize für Innovationen, mehr Effizienz und nachhaltigeres Wirtschaften geben“, erklärte Wallacher bei der Vorstellung der Studie am Freitag in München.

Die Studie ist von der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegeben worden. Deren Vorsitzender, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, sagte bei der Vorstellung der Studie, die Schlussfolgerungen seien gut begründet und die unterschiedlichen Argumente sorgfältig abgewogen worden. Er unterstrich: „Umweltprinzipien müssen in die Logik des Wirtschaftens integriert werden. Wenn bei der wirtschaftlichen Transformation soziale Härten entstehen, sind sie solidarisch abzufedern.“ Außerdem mahnte er zu mehr internationaler Solidarität.

In der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ der Deutschen Bischofskonferenz arbeiten Sozialethiker und Wirtschaftswissenschaftler bei der Analyse weltwirtschaftlicher Zusammenhänge und bei deren Bewertung auf der Grundlage der Christlichen Sozialethik zusammen. Darauf aufbauend werden Handlungsperspektiven für die Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt.

Die Studie können Sie im DBK-Shop bestellen.

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