Syrische Kirchenvertreter weiter für Assad

  • Syrien - 17.04.2018

In einer gemeinsamen Erklärung haben orthodoxe und katholische Vertreter in Syrien ihre Unterstützung für Machthaber Assad und seine Armee bekräftigt. Den Westen kritisierten sie dafür, die Gewalt im Land zu schüren.

„Wir loben die Tapferkeit, den Heldenmut und die Aufopferung der syrischen Armee, die Syrien mutig beschützt und die Sicherheit des Volkes garantiert“, hieß es in einer Erklärung des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Youhanna X., des syrisch-orthodoxen Patriarchen Mor Ignatius Aphrem II., und Joseph Absi, Oberhaupt der mit Rom unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche.

Die Patriarchen zeigten sich überzeugt, dass die syrische Armee „weder vor den Aggressionen externer noch interner Terroristen einknicken“ werde und sie weiterkämpfen werde, bis jeder Zentimeter des syrischen Bodens vom Terrorismus „gereinigt“ sei. Der syrische Machthaber Bashar al-Assad hatte am Wochenende laut Medienberichten mit ähnlichen Worten auf die Luftschläge der USA, Frankreichs und Englands reagiert. Anlass für den Angriff der Alliierten war der jüngste Chemiewaffeneinsatz im syrischen Duma, den der Westen Assad anlastet. Die Patriarchen bezeichneten diese These als ungerechtfertigt und kritisierten einen Mangel an Beweisen dafür.

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Die Patriarchen forderten den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dazu auf, seine „Arbeit“ zu tun und Frieden zu bringen, anstatt zur Eskalation des Krieges beizutragen. Denn eine „brutale Aggression“ der Westmächte wie die am Wochenende zerstöre die Chancen auf eine friedliche, politische Lösung und stachele die Terroristen zu weiterer Gewalt an. Die Kirchen in aller Welt seien dazu aufgerufen, die Militärschläge zu verurteilen und ihre Regierungen zum Erhalt des Friedens anzuhalten. In diesem Sinne äußerten sich auch die in Syrien residierenden Bischöfe der wichtigsten katholischen Ostkirchen: der maronitische Bischof von Tartus, Antoine Chbeir, der chaldäische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, und der melkitische Erzbischof der gleichen Stadt, Jean-Clement Jeanbart.

Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatte sich am Wochenende eingeschaltet. Der Patriarch telefonierte eigenen Angaben zufolge mit Papst Franziskus, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. sowie mit den orthodoxen Patriarchen von Antiochien, Alexandrien und Jerusalem.

Es sei unmöglich, zu den Ereignissen in Syrien zu schweigen, so der Patriarch in einer Stellungnahme. Christen seien ebenfalls aufgerufen, die Situation zu beeinflussen, damit die Gewalt und der Krieg endeten. Gleichzeitig betonte das Moskauer Kirchenoberhaupt, dass die Kirche keine politischen Ziele verfolge. „Sie steht außerhalb jeglichen politischen Kontextes oder politischer Verhandlungen, was ihr die Möglichkeit gibt, mit allen zu sprechen“, so der Patriarch. Das sei ein großer Vorteil in einer solchen Konfliktsituation.

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