Algermissen sorgt sich um „Friedenswerk Europa“

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  • Frieden - 16.04.2018

Der Präsident der deutschen Sektion von Pax Christi, Bischof Heinz Josef Algermissen, sieht das „Friedenswerk Europa“ in Bedrängnis. „Hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wirkt Europa zerrissen und ist auf der Suche nach Einheit“, erklärte der Fuldaer Bischof am Montag aus Anlass eines Friedensfestivals (19. bis 22. April) zum 100-jährigen Weltkriegsgedenken im nordfranzösischen Arras.

„Vieles, was wir heute im Kontext des Nationalismus beobachten, geht auch auf die Weltordnung nach dem Ersten Weltkrieg zurück“, so Algermissen. „Während es vorher multiethnische Reiche mit gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürgern gab, kam es danach zu einer Betonung der nationalen Identität. Minderheiten im jeweiligen Land hatten und haben es heute wieder schwer.“

Die Region Arras sei in den letzten Monaten des Ersten Weltkriegs (1914-1918) Schauplatz zahlreicher deutscher Angriffe und der Gegenwehr französischer, britischer und US-amerikanischer Soldaten geworden. „Zerstörung, Elend und der Tod Hunderttausender Menschen waren die Folge“, so Algermissen weiter.

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Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden stehen im Zentrum der Friedensarbeit der katholischen Kirche. Mit vielfältigen Akteuren und Initiativen setzt sie sich dafür ein, Gewaltursachen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden.


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„Die Geschichte von Pax Christi nach dem Zweiten Weltkrieg und die Versöhnungsgeste französischer Christinnen und Christen gegenüber deutschen ist für mich wie ein Wunder.“ Gewährte und angenommene Versöhnung seien Voraussetzung, um einander zu verstehen und einen gemeinsamen Weg des Friedens zu gehen.

Auf Einladung der nordfranzösischen Diözesen Arras, Lille und Cambrai beteiligt sich die deutsche Pax-Christi-Sektion am Friedensfestival „Faites la paix - Aktiv für den Frieden“ von Donnerstag bis Sonntag in Arras.

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