Papst eröffnet Jugendtreffen zur Bischofssynode

  • Vatikan - 19.03.2018

In Rom hat ein einwöchiges Vorbereitungstreffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für die im Herbst tagende Bischofssynode begonnen. Ziel ist die Erarbeitung eines Dokuments, das auch Gegenstand der Beratungen der Bischöfe im Oktober sein soll. Papst Franziskus beklagte bei der Eröffnung am Montag, junge Menschen würden zu oft von gesellschaftlicher Beteiligung ausgeschlossen und alleingelassen. Die Kirche wolle alle Jugendlichen hören, niemanden ausschließen.

An der sogenannten Vorsynode nehmen mehr als 300 Delegierte aus zahlreichen Ländern teil, auch Angehörige anderer Religionen und Nichtglaubende. Zu der eigentlichen Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet, werden ausgewählte Jugendliche als Hörer eingeladen, haben aber kein Stimmrecht. Das Thema des Bischofstreffens im Herbst lautet „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“.

Franziskus sagte, der Beitrag Jugendlicher in der Kirche sei unverzichtbar. Dabei wandte er sich ausdrücklich auch an Repräsentanten anderer Kulturen, nichtchristlicher Religionen und Nichtglaubende. In vielen Momenten der Geschichte habe Gott durch junge Menschen gesprochen. Er sei zuversichtlich, dass dies auch heute der Fall sei. „Ich versichere euch, dass euer Beitrag ernst genommen wird“, sagte der Papst.

Zu oft werde über Jugendliche gesprochen, ohne sie selbst zu fragen, sagte der Papst. Zwar werde Jugendlichkeit vergöttert, aber viele junge Menschen würden von einer aktiven Rolle im öffentlichen Leben ausgeschlossen. Dabei verwies er auch auf mangelnde Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

Die Synode im Herbst solle Voraussetzungen entwickeln, Jugendliche auf ihrer je eigenen Suche nach einem „Leben in Fülle“ zu begleiten, sagte der Papst. Auch ohne es zu wissen, suchten sie Jesus und seine Heilszusage. Die Kirche müsse neue Formen der Nähe zu jungen Menschen lernen, betonte Franziskus. Es gelte neue Wege zu wagen und Risiken einzugehen. Jugendliche forderten die Kirche heraus, aus der „Logik des 'Es war schon immer so'“ auszubrechen.

Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, sagte, das Bischofstreffen solle nicht nur eine Synode über Jugendliche, sondern eine Synode der Jugendlichen selbst sein. Die Delegierten des aktuellen Treffens wurden laut Baldisseri teils von den Bischofskonferenzen weltweit ausgewählt, teils von Priesterseminaren und Ordenshäusern entsandt. Ferner nehmen Vertreter von katholischen Bewegungen und Gemeinschaften sowie katholischen Schulen und Universitäten teil. Eingeladen wurden auch junge Repräsentanten aus Bereichen wie Kunst, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Militär, Sport und Ehrenamt. Darüber hinaus sei eine Beteiligung über soziale Medien möglich, so Baldisseri.

Am Montagvormittag war nach Berichten von fünf Teilnehmern ein einstündiges Gespräch mit Franziskus vorgesehen. Am Nachmittag sollten die Delegierten in Gruppenarbeit gehen. Bis Samstag wollen sie ein Schlussdokument erarbeiten. Es soll bei der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz dem Papst übergeben werden. Die Vorsynode findet in einem Bildungszentrum der „Legionäre Christi“ am Stadtrand von Rom statt.

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