Öko-Appell von Lateinamerikas Bischöfen

  • Schöpfung - 16.03.2018

Schaut auf die Interessen der Armen, Schutzbedürftigen, Ausgegrenzten und Diskriminierten: Der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM hat am Donnerstag einen Appell zur Achtung von Umwelt und Mitmenschen veröffentlicht. Darin heißt es, unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten sei aus physischen, ökologischen und sozialen Gründen nicht machbar.

Das Dokument mit Blick auf die Amazonas-Synode 2019 will einen Dialog angesichts der aktuellen ökologischen und ökonomischen Krisen anregen und zur Gestaltung einer besseren Zukunft aufrufen.

Deutschlands Verantwortung dabei sei der Kohleausstieg, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, in Aachen. Es brauche eine Rohstoffwende und einen grundlegenden Wandel des herrschenden Wirtschafts- und Konsummodells weltweit. „Wir gewinnen in Deutschland unseren Strom unter anderem aus Kohle aus Kolumbien, was dort zu negativen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung führt“, so Spiegel.

Dossier

Ein Dossier über den Schöpfungsbegriff und die Haltung der katholischen Kirche.

 


Zum Dossier

Der Hirtenbrief prangert die „Maßlosigkeit“ an, „die Güter der Natur in Kapital umzuwandeln“ und in kurzer Zeit möglichst viele Rohstoffe abzubauen, um daraus Konsumgüter zu produzieren. Dies bringe zahlreiche soziale Konflikte mit sich. Immer mehr betroffene Gemeinden in Lateinamerika, kommentiert Spiegel, wehrten sich dagegen, dass „ihre Lebensgrundlagen dem Profitstreben von Konzernen und dem Konsumwahn einer reichen globalen Minderheit geopfert werden“.

Einsatz für die Menschenrechte und für die Umwelt mache engagierte Menschen aber nicht selten zum Opfer von Diffamierung, Kriminalisierung und Gewalt, erinnert Misereor. Die Zahl der Morde an Menschenrechtsverteidigern habe in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

© KNA