Pax Christi kritisiert Zuwachs beim weltweiten Waffenhandel

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  • Waffenhandel - 13.03.2018

Die katholischen Friedensbewegung Pax Christi hat den gestiegenen Waffenhandel weltweit und den Anteil deutscher Rüstungsfirmen scharf kritisiert. „Munition und Waffen aus Deutschland befeuern die Konflikte und Kriege auf der Welt“, klagte die Generalsekretärin von Pax Christi, Christine Hoffmann, am Dienstag in Berlin.

Sie forderte als Konsequenz ein Rüstungsexportkontrollgesetz, das dem Parlament Kontrollrechte einräume und friedensbewegten Gruppen ein Klagerecht gegen Rüstungsexportgenehmigungen ermögliche.

Der internationale Waffenhandel ist in den vergangenen fünf Jahren um zehn Prozent gewachsen. Ein Drittel aller Waffen und Rüstungsgüter (32 Prozent) ging 2013-2017 in den Nahen und Mittleren Osten, mehr als doppelt so viele wie in den fünf Jahren davor. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) hervor. Die meisten Länder der Region seien in dieser Zeit direkt in bewaffnete Konflikte involviert gewesen.

Größter Rüstungsexporteur blieben 2013-2017 die USA mit 34 Prozent aller Waffenverkäufe. Das Land steigerte seine Rüstungsexporte damit gegenüber der vorherigen Fünfjahresperiode um ein Viertel. Es folgen Russland, Frankreich, Deutschland und China. 2008-2012 lag die Bundesrepublik noch auf dem dritten Platz, fuhr ihre Rüstungsexporte 2013-2017 jedoch um 14 Prozent zurück. Allerdings stiegen die deutschen Ausfuhren in Länder des Nahen und Mittleren Osten während dieser Zeit um 109 Prozent.

Insgesamt wuchs der internationale Waffenhandel – also Export und Import – um zehn Prozent. Mehr Rüstungsgüter flossen neben dem Mittleren Osten auch nach Asien und Ozeanien, weniger – teils wegen Wirtschaftskrisen – nach Afrika und Amerika sowie nach Europa. Größter Waffenimporteur blieb in den vergangenen fünf Jahren Indien.

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