Paralympics-Pfarrer zur Teilhabe von Behinderten

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  • Ordensgemeinschaften - 07.03.2018

Pater Yonghae Kim (58) wird als katholischer Seelsorger das deutsche paralympische Team bei den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang (9. bis 18. März) betreuen. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) schildert der Jesuit aus Seoul, wie die Lage für Menschen mit Behinderung im südostasiatischen Land ist und worauf er sich bei den Spielen freut.

Frage: Pater Kim, sind Sie selber sportlich aktiv oder interessiert?

Kim: Ich bin an Sport sehr interessiert. Ich habe Handball, Fußball und Volleyball immer gerne gespielt. Während meines Studiums in Innsbruck habe ich dann auch das Skifahren gelernt. In Korea habe ich zum Skifahren aber wenig Gelegenheit.

Frage: Welche Aufgaben warten bei den paralympischen Spielen auf Sie und Ihren evangelischen Kollegen Christian Bode?

Kim: Der Kalender der Mannschaften ist ganz von den Wettkämpfen bestimmt. Deshalb müssen wir sehen, was möglich ist. Wir werden aber auf jeden Fall für die deutsche Mannschaft Gottesdienste oder Morgenandachten anbieten. Auch stehen wir dem Team – den Athletinnen und Athleten wie den Betreuern – für Gespräche zur Verfügung.

Frage: Ist die Situation mit behinderten Menschen zu arbeiten für Sie neu?

Kim: Nein. Auch wenn ich hauptberuflich Professor für Philosophie bin, arbeite ich an den Wochenenden regelmäßig in der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen. Auch bin ich Mitglied einer Stiftung, die die Arbeit für Menschen mit Behinderungen unterstützt.

Frage: Wie ist die generelle Lebenssituation für Behinderte in Südkorea?

Kim: Auch in Korea wird versucht, die Situation der Menschen mit Behinderungen kontinuierlich zu verbessern, um eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das gilt zum Beispiel für die Barrierefreiheit der U-Bahnen oder Bahnhöfe. Auch in Firmen gibt es Bemühungen, Menschen mit Behinderungen mit ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten zu integrieren.

Frage: Glauben Sie, dass es für die Sportler eine Rolle spielt, dass die Spiele in einem konfliktreichen Gebiet stattfinden?

Kim: Natürlich ist die politische Situation auch bei den Olympischen Spielen oder Paralympics präsent. Wir haben ein gemeinsames koreanisches Team. Im Eishockey tritt eine gemischte Mannschaft an, in der eine Mindestzahl von Spielerinnen aus Nordkorea vorgeschrieben ist. Im Shorttrack feuern nordkoreanische Cheerleader die Sportler an. In diesem Sinne ist die politische Situation auch im Sport wahrnehmbar.

Frage: Worauf freuen Sie sich besonders?

Kim: Ich freue mich sehr, nach meinem Studium in Deutschland und Österreich die deutsche Mannschaft unterstützen zu können. Ich feiere regelmäßig mit der deutschen Gemeinde in Seoul Gottesdienste. Deshalb fühle ich mich immer ein Stück mit Deutschland verbunden und kenne beide Kulturen.