Vatikan weiter für offene Migrationspolitik in Italien

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  • Vatikan - 06.03.2018

Der Vatikan will angesichts des Wahlerfolgs von europa- und migrationskritischen Parteien in Italien weiter für eine aufnahmefreundliche Gesellschaft werben. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sagte am Dienstag dem katholischen Pressedienst SIR in Rom, der Heilige Stuhl werde „sein Erziehungswerk fortsetzen“.

Dies brauche aber „viel Zeit“. Parolin äußerte sich am Rande einer Tagung zum Thema Migration. Die Fünf-Sterne-Bewegung erzielte in Kammer und Senat gut 32 Prozent, das Mitte-Rechts-Bündnis unter Silvio Berlusconi liegt jeweils bei 37 Prozent.

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Mit ihrem vielfältigen Engagement im Bereich der Flüchtlings- und Migrantenhilfe steht die Kirche an der Seite aller Schutzbedürftigen und Notleidenden: durch Beratung, Seelsorge, materielle Unterstützung und den stetigen Dialog mit Politik und Gesellschaft.


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„Der Heilige Stuhl muss unter den Bedingungen arbeiten, die sich bieten. Wir können nicht die Gesellschaft haben, die wir gern hätten, wir können nicht die Bedingungen haben, die wir gern hätten“, sagte Parolin. Wichtig sei es, die Bevölkerung „von einer negativen Haltung zu einer positiveren Haltung gegenüber Migranten“ zu bewegen. Dies gelte unabhängig davon, ob die Voraussetzungen „mehr oder weniger günstig“ seien.

An katholische Einrichtungen, die in der Flüchtlingsaufnahme tätig sind, appellierte der Kardinalstaatssekretär, ihr Engagement für eine „positive Sicht der Migration“ fortzusetzen. Zugleich gelte es, Sicherheitsbedürfnisse der Bürger mit den Bedürfnissen der Flüchtlinge zu verbinden. Dies sei „nicht leicht“, sagte Parolin. Diese Aufgabe komme der Politik zu. Alle Beteiligten müssten sich der Schwierigkeiten bewusst sein, Lösungen finden wollen und zusammenarbeiten, betonte der Kardinal.

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