Grabeskirche in Jerusalem wieder geöffnet

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  • Heiliges Land - 28.02.2018

Nach der mehr als 60 Stunden andauernden Schließung hat die Grabeskirche in Jerusalem seit Mittwochmorgen wieder geöffnet. Das teilten die sich die Besitzrechte an der Heiligen Stätte teilenden Kirchen mit. In einer gemeinsamen Stellungnahme lobten sie die vorangegangene „konstruktive Intervention“ des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Streit zwischen den Kirchen und den israelischen Behörden. Nach der Öffnung der Tore um 4.00 Uhr beteten bereits wieder erste Pilger in der Kirche, die als das wichtigste christliche Heiligtum und Pilgermagnet gilt.

„Die Kirchen freuen sich darauf, sich auf Minister Hanegbi und alle, die Jerusalem lieben, einzulassen, um sicherzustellen, dass unsere heilige Stadt, in der unsere christliche Präsenz weiter vor Herausforderungen steht, ein Ort bleibt, an dem die drei monotheistischen Glaubensgemeinschaften zusammenleben und gedeihen können“, heißt es in der vom griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos III., dem armenischen Patriarchen Nourhan Manougian und Franziskanerkustos Francesco Patton unterzeichneten Stellungnahme.

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Warten vor verschlossenen Toren? Das passiert an der Jerusalemer Grabeskirche so gut wie nie. Am Sonntag aber schlossen die Kirchenführer die Heilige Stätte aus Protest gegen die israelische Politik.


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Am Dienstagnachmittag hatten Benjamin Netanjahu und Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat die Schaffung einer Arbeitsgruppe unter Leitung des Ministers für regionale Angelegenheiten, Tzachi Hanegbi, angekündigt, um eine Lösung im Streit um die Besteuerung von Kirchenbesitz zu erarbeiten. Ferner sollen Maßnahmen der Stadt zur Erhebung der Steuern und Rechtsvorhaben in Sachen Landverkäufe der Kirchen vorerst eingestellt werden.

Am Sonntagmittag hatten die Kirchen in einer Stellungnahme jüngste israelische Schritte als „systematische Kampagne gegen die Kirchen und die christlichen Gemeinschaften“ kritisiert und aus Protest die Grabeskirche geschlossen.

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