Schick: Einsatz von Kindersoldaten „himmelschreiendes Verbrechen“

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  • Kriege und Konflikte - 12.02.2018

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat den Einsatz von Kindersoldaten als „himmelschreiendes Verbrechen“ bezeichnet. Zum Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten an diesem Montag rief Schick die internationale Politik zum Handeln auf.

Schätzungen zufolge gibt es mehr als 250.000 Kindersoldaten weltweit. Die Kinder werden von Rebellengruppen rekrutiert wie in den Konflikten in der Demokratischen Republik Kongo. In Syrien und Irak kämpfen Kinder und Jugendliche für den sogenannten „Islamischen Staat“. Die Terrormiliz Boko Haram in Nigeria wiederum zwingt Kinder zu Selbstmordattentaten.

Die Kinder würden nicht nur ihrer Kindheit beraubt und charakterlich verformt, sondern sogar geistig und seelisch getötet, so Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist.

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Die Hilfsorganisation Caritas International hat nach eigenen Angaben seit 2004 im Ostkongo fast 10.000 ehemalige Kindersoldaten wieder die Gesellschaft integrieren können.


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Ihr Einsatz in Kriegen und bei Terroranschlägen hinterlasse bei den Kindern schwerste physische und psychische Narben. Ihr Selbstbewusstsein schwinde. „Eine spätere Wiedereingliederung ist äußerst schwierig,“ nicht zuletzt weil die Mädchen und Jungen vielfach in ihrer Heimat als Täter stigmatisiert seien. Schick rief dazu auf, die Institutionen, die sich die Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten zur Aufgabe gemacht haben, ideell und materiell zu unterstützen. „Vor allem kirchliche Träger leisten hierbei großartige Arbeit“, lobte der Bamberger Erzbischof.

Der Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten wird seit dem 12. Februar 2002 begangen. An diesem Tag trat ein Zusatzprotokoll zur Beteiligung von Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft – ergänzend zur UN-Kinderrechtskonvention. Das Papier verbietet den Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten und die Wehrpflicht für Minderjährige. Weltweit setzen sich zahlreiche Organisationen gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten ein. Sie bemühen sich um die Entwaffnung der Kinder, die Entlassung aus dem Militärdienst und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

© Erzbistum Bamberg/cze