Schick: Hasskriminalität gegen Christen erschreckend

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  • Bedrängte Christen - 08.02.2018

Die katholische Kirche ist besorgt über eine Zunahme von Hasskriminalität gegen Christen in Deutschland. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte der „Frankfurter Allgemeinen Woche“ am Freitag laut einer Vorabmeldung, es sei „höchste Wachsamkeit“ geboten.

„Leider lassen sich quer durch die Gesellschaft Anzeichen der Verrohung beobachten.“ Es gebe „Radikalisierungstendenzen unter bestimmten Gruppen der Muslime und es gibt sie auch in anderen Sektoren der Gesellschaft. Das bringt Gefahren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedliche Miteinander mit sich.“

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) rund 100 gezielte Angriffe auf Christen und christliche Symbole gegeben. Darunter waren ein Tötungsdelikt, neun Körperverletzungen und ein Fall von Brandstiftung. In mindestens 14 Fällen wurden nach BKA-Angaben „christenfeindliche Straftaten“ zwischen Asylbewerbern und Flüchtlingen begangen. Das Innenministerium wies darauf hin, dass die Zahlen vorläufig seien. Eine Gesamtbilanz über politisch motivierte Gewalttaten, die sich gegen Christen, Muslime, Sinti und Roma oder Juden richten, will das BKA im März vorstellen.

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In vielen Teilen der Welt werden Kirchen, christliche Gemeinschaften und einzelne Gläubige bedrängt, verfolgt und in ihren Grundrechten verletzt. Das Internetportal Weltkirche stellt für Sie einige wichtige Hintergrundinformationen und Dokumente zu den Themen „Bedrängte Christen“ und „Religionsfreiheit“ zusammen.


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Erzbischof Schick sagte, dass unter den Flüchtlingen, die seit 2014 aus dem Nahen Osten nach Deutschland gekommen sind, zweifellos manche seien, die „die freiheitliche Ordnung unseres Landes nicht verstehen oder nicht akzeptieren, auch welche, die nicht als Flüchtling, sondern als Terroristen gekommen sind“. Das sei „eine Tatsache, auf die wir reagieren müssen“. Richtig sei aber auch, „dass die Mehrheit derjenigen, die Krieg und Chaos entflohen sind, die Errungenschaften unseres Staates und unserer Gesellschaft sehr wohl schätzen und sie annehmen wollen“.

Schick betonte: „Man kann nicht in unserer Gesellschaft ankommen, wenn man für deren Wertekanon keine Wertschätzung aufbringt.“ Er fügte hinzu: „Alle Vernünftigen und Wohlmeinenden müssen sich mit Entschiedenheit gegen diejenigen stellen, die es aufgrund welcher Religion oder Ideologie auch immer an Achtung für ihre Mitmenschen fehlen lassen. Ohne solche Grenzziehungen geht es nicht!“

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