Misereor wird 60

  • Hilfswerke - 23.01.2018

Das weltgrößte katholische Entwicklungshilfswerk Misereor feiert 2018 seinen 60. Geburtstag und fordert aus diesem Anlass mehr Solidarität mit den Armen und einen konsequenten Wechsel zu einem sozial gerechteren Leben und Wirtschaften auf der ganzen Erde. „Wir benötigen einen grundlegenden sozialen und ökologischen Wandel, sonst setzt die Menschheit ihre eigenen Lebensgrundlagen aufs Spiel“, warnte Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Montag in Aachen.

Misereor wurde 1958 von den deutschen katholischen Bischöfen auf Vorschlag des damaligen Kölner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegründet. Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium überlieferte Jesuswort „Misereor super turbam“ („Ich erbarme mich des Volkes“). Erste Anregungen für eine regelmäßige Kollekte zugunsten von Entwicklungsprojekten waren zuvor über katholische Laienorganisationen und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an die Bischöfe herangetragen worden.

Zusammen mit Partnern in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika will Misereor Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das Werk prangert Ursachen von Armut und Unterentwicklung an und will in Deutschland das Bewusstsein für Not und Ungerechtigkeit in den Entwicklungsländern schärfen. Seit seiner Gründung hat das Hilfswerk laut eigenen Angaben rund 107.000 Projekte mit mehr als 7,2 Milliarden Euro unterstützt. Derzeit arbeitet Misereor mit 1.900 Partnerorganisationen in 3.000 laufenden Projekten in gut 90 Ländern zusammen

Spiegel dankte zum Jubiläum allen Spendern und Partnerorganisationen und kündigte zugleich an, man wolle weiter der Aufforderung von Kardinal Frings aus dem Jahr 1958 folgen und „den Mächtigen der Erde, den Reichen und Regierenden vom Evangelium her ins Gewissen reden“.

Die traditionelle Fastenaktion im Jubiläumsjahr wird am 18. Februar in München eröffnet. Schwerpunktland ist diesmal Indien. Zum Programm im Jubiläumsjahr gehören außerdem verschiedene Aktionen beim Katholikentag in Münster vom 9. bis 13. Mai sowie ein Kongress unter dem Motto „Entwicklung findet Stadt“ vom 27. bis 29. Mai in Frankfurt.

Darüber hinaus veranstaltet das Hilfswerk ein Konzert mit den Münchner Philharmonikern am 10. März in München und eine Ausstellung im Ulmer Museum der Brotkultur, die Plakate und Kampagnen von Misereor und „Brot für die Welt“ aus den vergangenen 60 Jahren zeigt.

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