Kolumbien und ELN nehmen Friedensgespräche wieder auf

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  • Kolumbien - 22.01.2018

Kolumbiens Regierung will trotz der jüngsten Anschläge die Friedensgespräche mit der marxistischen ELN-Guerilla wieder aufnehmen. „Gustavo Bell wird nach Quito reisen, um die Möglichkeit eines neuen Waffenstillstandes auszuloten und die Verhandlungen mit der ELN fortzusetzen“, schrieb Präsident Juan Manuel Santos am Sonntag auf Twitter.

Erst vor zwei Wochen hatte Santos den Unterhändler Bell nach mehreren Anschlägen gegen militärische Einrichtungen und Ölpipelines von den in Ecuador stattfindenden Verhandlungen zurückbeordert. Auch die ELN erklärte sich bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zuvor hatten die Vereinten Nationen beide Lager aufgerufen, ihre Anstrengungen für einen Frieden zu erhöhen.

Nach Schätzungen der kolumbianischen Behörden verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2.500 Männern und Frauen und ist überwiegend im Osten des Landes aktiv. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7.000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3.000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1.000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der marxistischen Gruppe. Sie wird zugleich für schwere Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.

Die Verhandlungen in Ecuador folgen dem Beispiel der Gespräche mit der größten Guerilla-Bewegung, der FARC, in denen sich die Konfliktparteien nach vierjährigen Verhandlungen Ende 2016 auf ein Friedensabkommen verständigen konnten. In dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla starben rund 300.000 Menschen; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen.

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