Caritas begrüßt Papstbesuch im Amazonas

  • Peru - 19.01.2018

Caritas international sieht durch den Besuch von Papst Franziskus im peruanischen Amazonasgebiet die Bemühungen des Hilfswerks gegen den Klimawandel gewürdigt. „Die Katastrophenvorsorge spielt für unsere Arbeit eine immer wichtigere Rolle“, erklärt Prälat Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, „gerade mit Blick auf Naturkatastrophen, die aufgrund klimatischer Veränderungen häufiger und extremer ausfallen. Die geballte Wucht der Zerstörungen durch Wirbelstürme und Überschwemmungen – auch in Peru – haben uns das im vergangenen Jahr drastisch vor Augen geführt.“

Papst Franziskus kommt im peruanischen Urwald mit indigenen Gemeinschaften zusammen, die von Caritas-Projekten unterstützt werden. Ziel der Vorsorgeprojekte in der Provinz Madre de Dios sei es, bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften langfristig und unabhängig vom Klima zu sicheren Ernten zu verhelfen. „Dass der Papst jetzt genau in diese Region reist und sich mit Indigenen aus dem Kreis unserer Partner trifft, zeugt von der großen Bedeutung und Dringlichkeit dieses Themas“, erklärt Neher.

Der Regenwald in Madre de Dios und die dort lebenden Menschen seien in ihrer Existenz bedroht. Der Klimawandel, der sich unter anderem in extremen Gegensätzen von Dürre und massiven Überschwemmungen zeige, gefährde zunehmend die Ernten und dadurch die bäuerlichen Lebensgrundlagen. Der weltweit hohe Goldpreis hat laut Caritas in den vergangenen zwei Jahrzehnten zudem dazu geführt, dass in der Region Madre de Dios illegal nach Gold geschürft und der Regenwald abgeholzt wird. Die Natur werde „rücksichtslos zerstört und ausgebeutet“.

„Viele Menschen aus dem Andenhochland zieht es ins Amazonasbecken, um kurzfristig dort ihre Perspektiven zu verbessern“, erklärt Neher. „Mit unserer Unterstützung wollen wir den Menschen jedoch ein dauerhaftes und einträgliches Leben mit und von der Natur sichern.“

Dabei baut die Caritas auf sogenannte Agroforst-Systeme, die den nachhaltigen Anbau von Nahrungsmitteln ermöglichen sowie eine Waldwirtschaft, die einträgliche Ernten unabhängig vom Klima sicherstellt. Die Caritas wolle den Menschen eine Alternative zum umwelt- und gesundheitsschädlichen Goldabbau aufzeigen. Zudem unterstützt sie die Menschen in der Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Produkte.

© Caritas international/cze