Papst trifft Missbrauchsopfer in Chile

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  • Chile - 17.01.2018

Papst Franziskus ist in Chile mit Missbrauchsopfern zusammengetroffen. Die Begegnung fand am Dienstagmittag in „strikt privater Form“ in der Nuntiatur statt, wie Vatikansprecher Greg Burke am Abend in Santiago mitteilte. Andere Personen seien nicht zugegen gewesen, um ein ungestörtes Gespräch über die Leidensgeschichten der Opfer zu ermöglichen. „Der Papst hat sie angehört und mit ihnen gebetet und geweint“, sagte der Sprecher.

Das Treffen habe etwa eine halbe Stunden gedauert, sagte Burke. Es habe sich um eine „kleine Gruppe“ gehandelt. Die Zahl der Gesprächsteilnehmer, deren Geschlecht und die Art der Vergehen wollte er auch auf Nachfrage nicht präzisieren. Dies geschehe zum Schutz der Betroffenen, so der Sprecher.

Am Morgen hatte Papst Franziskus in der ersten Rede seines am Montag begonnenen Chile-Besuchs „Schmerz und Scham“ über sexuellen Missbrauch durch katholische Priester bekannt. Die Zuhörer im Präsidentenpalast, aber auch rund 400.000 Gläubige, die in einem Park in Santiago auf eine Messe mit Franziskus warteten und die Rede in Übertragung hörten, nahmen seine Worte mit Beifall auf.

Chile - 16.01.2018

An seinem ersten Tag in Chile spricht Papst Franziskus den Missbrauch durch katholische Kleriker und die Lage der Indigenen an. Er weiß, dass die Glaubwürdigkeit der Kirche auf dem Spiel steht.


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Die Debatte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Peru konzentriert sich auf den heute 87 Jahre alten Priester Fernando Karadima, der 2011 wegen Vergehen an Minderjährigen verurteilt worden war. Die Debatte lebte auf, als Papst Franziskus einen geistlichen Zögling Karadimas, Bischof Juan Barros, zum Leiter des südchilenischen Bistums Osorno ernannte. Barros wird beschuldigt, Übergriffe Karadimas vertuscht zu haben. Erwiesen ist dies nicht.

Barros nahm mit den anderen Bischöfen Chiles am Dienstagvormittag an der Eröffnungsmesse zum Papstbesuch im O'Higgins-Park und an einer Begegnung zwischen Bischöfen und Papst am Nachmittag teil. Seine öffentliche Anwesenheit löste Kritik von Missbrauchsopfern aus. Der Generalsekretär der Chilenischen Bischofskonferenz, Weihbischof Luis Fernando Ramos, erklärte dazu vor Journalisten, Barros sei rechtmäßiger Bischof Osornos und vom Papst eingesetzt; daher habe er selbstverständlich das Recht, an den Veranstaltungen teilzunehmen.

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