Bischöfe treffen Schüler und Studenten

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  • Heiliges Land - 16.01.2018

Mit Besuchen von Bildungseinrichtungen haben die Teilnehmer des internationalen katholischen Bischofstreffens am Montag und Dienstag ihren Besuch im Heiligen Land fortgesetzt. Die Bischöfe aus Europa, den USA, Kanada und Südafrika besuchten zunächst katholische Schulen des Lateinischen Patriarchats in Beit Dschallah und Beit Sahour. Anschließend standen Treffen mit Jurastudenten der Hebräischen Universität Jerusalem sowie der Besuch einer jüdisch-israelischen Sekundarschule in Modi'in auf dem Programm.

Die durch die israelische Besatzung bedingte schwierige Lage war zentrales Thema der Gespräche der Bischöfe mit Schülern in Beit Dschallah und Beit Sahour. Beide Seiten litten unter der Mauer, die Menschen voneinander trenne und Frieden unmöglich mache, so die Schüler.

Der anhaltende Konflikt war auch Thema eines Austausches mit Studenten eines Jura-Praxisprogramms zu Multikulturalität und Diversität an der Hebräischen Universität Jerusalem. Gleichzeitig äußerten die Studenten die Sorge, dass über eine einseitig auf den Konflikt reduzierte Wahrnehmung des Landes andere Problemfelder wie innerisraelische Spannungen zwischen säkularen und strengreligiösen Israelis sowie die wachsende Schere zwischen Arm und Reich übersehen würden.

Heiliges Land - 15.01.2018

Der Mainzer Weihbischof Udo Bentz hat zu einem stärkeren Bewusstsein für die Lage der Christen des Nahen Ostens aufgerufen. „Die Solidarität mit den Nahost-Christen darf nicht nur Thema einiger Interessierter sein, sondern muss eine gelebte Solidarität sein“, sagte Bentz am Sonntag beim Besuch einer katholischen Gemeinde in Gaza.


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Eine ruhigere Zukunft mit weniger medialer Aufmerksamkeit wünschten sich Schüler der Mor-Sekundarschule in Modi'in. Gleichzeitig sprachen sie der jungen Generation eine wichtige Rolle für die künftige Entwicklung des Landes zu. Veränderung müsse von jedem einzelnen ausgehen, statt an höchster politischer Stelle anzusetzen.

Teilnehmer des Bischofstreffens bewerteten die Gespräche als wichtigen Beitrag für das Verständnis der Lage im Heiligen Land. Auf israelischer wie auf palästinensischer Seite treffe man auf junge Menschen, die den gleichen Wunsch nach Sicherheit und einem friedlichen Zusammenleben hätten, sagte der Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Weihbischof Udo Bentz, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Gleichzeitig herrsche auf beiden Seiten Ratlosigkeit darüber, wie dies zu erreichen sei. Diese Erfahrung zeige, dass Bildung zwar eine wesentliche Rolle in der Überwindung des Konflikts zukomme, es aber darüber hinaus dringend auch der Begegnung und des Dialogs bedürfe, so der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Naher und Mittlerer Osten“ der Bischofskonferenz.

Neben der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Kontroverse um den Status von Jerusalem als israelischer Hauptstadt steht die Lage der jungen Generation im Mittelpunkt des bis Donnerstag dauernden 18. Heilig-Land-Besuchs der Bischöfe. Auf dem Programm stehen neben Besuchen in Jerusalem, Bethlehem, Emmaus und Gaza Begegnungen mit Vertretern der katholischen Ortskirchen und internationalen Diplomaten. Ziel des Besuchs ist es, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen.

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